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Flávia Virgínia
Livro-Mãe: Musik die überrascht!
Der Sängerin und Komponistin Flávia Virgínia ist es
gelungen, mit ihrem Debütalbum einen Pakt aus dem Vorrang der Töne
und dem der Worte zu schmieden. Den Eindruck, den die Künstlerin aus
Alagoas vom ersten Moment an hinterlässt, in dem ihre Platte in unserem
Kopf zu kreisen beginnt, ist der eines kompromisslosen Engagements für
dieses Pilot-Album, aus dem sie sich nur selbst entlässt, um noch besser
zu werden. Derart geglückt sind ihre Verse, die Sinnlichkeit ihrer
Musik und die Frische ihres Gesangs voller
Zärtlichkeit .
Sie veröffentlicht bei
einer Plattenfirma (Jam Music), die mit Platten wie »Acertei no
Milênio« von Ângela Rô
Rô und »Nome Sagrado«, dem Tributalbum von Beth Carvalho
an Nelson Cavaquinho, bereits bewiesen hat, dass gute Musik kein
Schattendasein fristen muss, und vermittelt mit ihrer Arbeit den Eindruck
einer raffinierten und harmonischen Verschwörung musikalischer
Elemente mit ihrer Jugend. Und dies obwohl sie in diesen Zeiten der esoterischen
Überfrachtung ihrer Platte das schon sehr abgenutzte Konzept, Erde,
Wasser, Luft und Feuer zu beschwören, zugrunde legt. Flávia
Virgínia bezaubert dabei allerdings durch die Aufrichtigkeit ihrer
Kunst, die bereits in den ersten Zeilen des allerersten Liedes zum Ausdruck
kommt: »Weißt du, wenn du eine Ballade machen willst / und Angst
hast vor dem, was daraus wird? / (...) Weißt du, wenn du ein Ballade
machen willst / und sie sich weigert, dir von Liebe zu sprechen?«. Die
Ballade funktioniert als adäquates Vorwort einer Künstlerin, die
das Fingerspitzengefühl der Arrangeurin mit der Kraft der Autorin vereint,
schließlich stammen alle dreizehn Stücke auf der Platte aus ihrer
eigenen Feder.
Der Ton des Neuen, den »Livro-Mãe« (übersetzt so etwas
wie das erste Buch einer Serie, aber auch das
»Mutter-Buch«) vermittelt, wird dadurch unterstrichen, dass
die mitwirkenden Musiker bislang nur wenig bekannt sind. An den Keyboards
spielt Beto Corrêa, Max Roberto bedient den Bass und Daniel Baeder
das Schlagzeug. Die Bläser Cláudio Cambé an der Trompete,
Ednaldo Ignácio am Saxophon und Eloy Porto an der Posaune bilden die
instrumentale Basis dieser Produktion mit ihrem starken funk-jazzigen Einschlag.
Daneben gibt es aber auch Gastmusiker wie Djavan, der die wunderschöne
Komposition »Crescendo« singt und auf »Janela« die E-Gitarre
bedient, Armandinho, der Meister der bahianischen Gitarre und der Mandoline
ist mit dabei, die Stimme von Daniel Gonzaga auf »Canto e Oração
da Terra« und Martinália mit Stimme und Perkussion auf
»Sangria« und »Amaralina«. Flávias Brüder
Max (Gitarre) und João Viana (Schlagzeug) steuern auch einiges bei,
Jair Oliveira ist dabei und die großartige Paula
Lima, die auf »Vida« loslegt. Kurz: Der Klang der Platte ist
reichhaltig und wird auch die Anspruchsvollsten zufriedenstellen.
Auffallend ist Flávias Rolle als Texterin. Von Anfang bis Ende ihrer
ersten CD verblüfft sie mit Versen wie in »Praça de
Espanha«: »sterbe tausend Tode auf spanischer Arena/leidend und
bleich:/ausgeliefert den knauserigen Geistern/dieser Toreros/die kämpfen
um Champagner«, oder in dem libidinösen »Amado de Papel«
wo es heißt: »Dies ist mein treuester Geliebter/treu, ich ihm./Dies
ist mein papierner Geliebter/Dies ist meine rationale Sünde/fließend,
unmoralisch/die mich mir mit in den Himmel nehme«.
»Livro-Mãe« ist die Offenbarung einer Autorin, die es in
der Lyrik noch weit bringen kann (s. links einen Ausschnitt aus der
Reihe »Poema Brasis«.
Flávia Virgínia ist schon seit dreizehn Jahren im
Musikgeschäft, hat bereits in den Bands von Marisa Monte oder Elba Ramalho
(auf dem Rock in Rio II Festival) gesungen und war mit Gal Costa
und Maria Bethânia im Studio. Selbst die Ehre gemeinsamer Auftritte
mit dem Miles-Davis-Bassisten, Mr. Marcus Miller oder Al Jarreau wurde ihr
bereits zuteil. Einmal beging sie auch den Ausrutscher einer krassen
Fehleinschätzung ihres Talents und stellte dieses den unsäglichen
Kid Abelha zur Verfügung.
Ihre Ausbildung begann in den Reihen der Rio Musica-Schule, sie arbeitete
für Jingles und nahm Unterricht in Komposition und Gesang. Geboren in
Maceió, aufgewachsen in Rio de Janeiro und mit derzeitigem Wohnsitz
in São Paulo, widmet sich Flávia Virginia der Verbreitung ihrer
Platte in den wichtigsten Städten Brasiliens. Im »Ballroom«
von Rio spielte sie bereits, im »Centro Cultural« von São
Paulo, im Rahmen des Projekts »Chuva de Estrelas«. Kürzlich
war sie im Fernsehen in »Domingo com Atitude« der TVE Rede Brasil
zu sehen. Ob sie live genau so gut ist wie im Studio?
Ach so, ein Detail sollte nicht vergessen werden: Flávia Virgínia
ist die Tochter von Djavan. Mit dem Vater und ihren Brüdern João
und Max ist ein »Familienalbum« geplant, das auch schon einen Namen
hat: »Laia«. Wird auch gut.
Felipe Tadeu
brasilkult@aol.com
Übersetzung: Michael Kegler |
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Felipe
Tadeu, 39,
ist Journalist und auf brasilianische Musik spezialisiert
und produziert für Radio Darmstadt das Programm Radar Brasil.
Er lebt seit 1991 in Deutschland und ist auch bekannt unter dem Pseudonym
DJ Fila.
email:
brasilkult@aol.com
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homepage oficial de Flávia
Virgínia |
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Livro-Mãe |
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Estou agarrada ao mastro,
estou na proa com toda minha lusitânia,
agarro ao mastro porque sou Pedro Álvares,
ou melhor,
Pero Vaz,
ou ainda, mais bem, um Licurgo,
sim, meu nome é Licurgo,
Licurgo Simões.
Licurgo Simões, o franzino.
Não sou importante,
sou mais assim como um bosta,
mal tenho um corpo pra me carregar,
estou aqui nesse navio por piedade de alguém,
talvez pelo contrário.
Licurgo Simões, o franzino,
que tem medo de mar,
pobre,
bobo,
feio,
virgem - ou quase.
A escória de Portugal,
a escorinha.
Venho aqui nesse mar revolto, essa hora revolta,
e avisto, junto com o Capitão,
junto com os marinheiros,
junto com a história,
avisto o Monte Pascoal,
o cume absoluto,
a promessa de terra.
Logo agora, que já me acostumava
às loucuras da água.
Logo agora, que ser um bosta
já não fazia tanta diferença.
Quando já quase não havia diferenças.
Me vem o Monte Pascoal,
e com ele
mais tudo que virá
e que eu desconheço,
mas que certamente me rebosteará.
Ou talvez não!
Talvez algo mágico aconteça ali,
talvez possa fugir e viver longe dessa importância,
e basta de "Licurgo, o franzino".
Quem sabe?
Talvez essa terra que se anuncia
Me espere com...esperança. |
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