setembro / september
2002 |
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Inês Pedrosa:
In deinen Händen
übersetzt
von Maralde Meyer-Minnemann
Luchterhand
319 Seiten
EUR 20,--
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»Fazes-me falta«,
Inês Pedrosas dritter Roman ist in Portugal die Sensation des Sommers
2002, schlägt mit 31.000 verkauften Exemplaren alle Rekorde und
lässt eine Schriftstellerin völlig unerwartet vom Geheimtipp zur
Bestsellerautorin werden, der nichts ferner liegt, als mit leichter Kost
auf den kurzfristigen Erfolg ihrer Bücher zu schielen.
Nach einem Kinderbuch erschien 1992 ihr erster Roman »A
Instrução dos Amantes«. Erst fünf Jahre später
veröffentlichte sie »Nas Tuas Mãos«, für das sie
den Prémio Máxima de Literatura erhielt und das nun, wiederum
fünf Jahre später auch in deutscher Übersetzung zu haben
ist.
Aus deutscher Perspektive eine glückliche Neuentdeckung, denn Inês
Pedrosa ist eine Schriftstellerin, die es längst verdient hat - trotz
oder gerade wegen der Überschaubarkeit ihres uvres, aus dem Status
des ewigen Geheimtipps herauszukommen.
Der Roman »Nas Tuas Mãos« bzw. »In deinen
Händen« erzählt eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Eine
Geschichte der Frauen, eine Sittengeschichte, eine politische Kulturgeschichte
aus dem (nicht nur geographisch gesehenen) exzentrischen Blickwinkel Portugals
im äußersten Südwesten Europas.
Drei Frauen, drei Generationen, drei Spielarten der Erzählung: Jennys
Tagebuch, Camilas Fotoalbum, Natálias Briefe.
Jenny erzählt aus der Erinnerung des mondänen Lissabon der zwanziger
Jahre wo sich in das Weltstadtflair die Kleinkariertheit des aufziehenden
Faschismus mischt. Ihre Ehe mit dem homosexuellen To Zé ist Befreiung
und Versteckspiel zugleich. Aufbruch und Beengtheit, der Versuch neuer
Lebensformen im Schatten der allgegenwärtigen Spießigkeit. To
Zés Lebensgefährte Pedro bringt eine Tochter mit in die
Dreierbeziehung: Camila, die später als Fotografin und Aktivistin mitmischt
im Wirbel der sechziger Jahre, dem Kampf gegen den Faschismus. Aus ihrer
kurzen dramatischen Liaison mit einem moçambikanischen
Freiheitskämpfer entspringt Natália, die im postrevolutionären
Portugal aufwächst zu einem typischen Kind der glitzernden Achtziger
und Neunzigerjahre. Architektin. Ehrgeizig, erfolgreich, stromlinienförmig.
In Briefen an ihre Großmutter Jenny die sie nie abschickt
beginnt sie die neue flache Fassadenwelt des yuppiesken Lissabon zu hinterfragen
und reist im Blues des fin-de-siécle in zweifacher Hinsicht zu ihren
Wurzeln.
»In deinen Händen« ist eine außergewönliche
Familiengeschichte, die vielleicht gerade deshalb prädestiniert ist,
etwas Entscheidendes über dieses schräge 20. Jahrhundert zu
erzählen. Zumindest in der poetischen Version der Inês Pedrosa
tut sie das und richtet den Blick ohne Euphorie oder Larmoyanz an den
großen Ereignissen vorbei, entwirft im Schatten all der Verwerfungen,
Kämpfe und Befreiungsschläge eine zärtliche Perspektive der
Individuen, deren Inneres notwendigerweise weit mehr ist als ein Spiegel
der schließlich zur Kulisse verschwimmenden Außenwelt. |
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Inês Pedrosa wurde
1962 in Coimbra geboren, wuchs in Lissabon auf. Nach ihrem Abschluss in
Kommunikationswissenschaften an der Lissaboner Universidade Nova arbeitete
sie als Journalistin, Redakteurin und Kolumnistin für verschiedenen
Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen.
Nach dem Kinderbuch »Mais ninguém tem« (1991) erschien 1992
ihr erster Roman »A Instrução dos Amantes«. Für
ihren zweiten Roman »Nas tuas Mãos« erhielt sie 1997 den
renommierten »Prémio Máxima de Literatura«. Ihr dritter
Roman »Fazes-me falta« erschien 2002.
Daneben ist sie Herausgeberin einer Fotobiografie über den portugiesischen
Schriftsteller José Cardoso Pires, einer vielbeachteten Monografie
über zwanzig Frauen des 20. Jahrhunderts sowie zuletzt einer Anthologie
portugiesischer Liebesgedichte. |
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Leia em
Português:
Nas Tuas Mãos
(1997), EUR 18,60
Instrução dos Amantes
(1992), EUR 19,80 / Livro de Bolso: EUR 8,--
Fazes-me Falta
(200), EUR 16,60
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