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Tom Zé:
Jogos de Armar
(Faça você mesmo / Não é um CD duplo)

Doppel-CD
Trama / Universal
2000
consulte o preço à TFM

»Kennste eine, kennste alle!« Beim ersten Hören ist ein Unterschied zwischen Tom Zés ersten Schallplatten, den Neuaufgüssen aus David Byrnes Musikfabrik »Luakabop« und dem aktuellen Album, das immerhin durch das major-Label Universal in Europa vertrieben wird, kaum zu erkennen. So ist es auch nicht weiter schlimm, dass auch auf »Jogos de Armar« wieder altes Material verwurstet wird. Im Gegenteil: Es scheint sich hier um ein Grundprinzip seiner Musikproduktion zu handeln – und leider auch um den schon etwas verkrampft wirkenden Versuch, mit einer über 30 Jahre alten Avantgarde endlich im ganz großen Pop-Markt anzukommen.

Dabei ist die Musik – die er schließlich selbst »Música do século passado« nennt – nicht einmal schlecht, streckenweise sogar genial. Gerade auf »Jogos des Armar« ist voller eingängiger brasilianischer Grundrhythmen: Xote, Baião, auch Samba – und verschiedene Eigenkreationen, wie »Baiãolenda« auf »A Chegada de Raul Seixas e Lampião no FMI« (Raul Seixas und Lampião gehen zm Weltwährungsfonds«) oder »Bloco de Turistas Europeus para o Cordão das Meninas do Nordeste« auf »O PIB da PIB (prostituir)«, eine bitterböse Abrechnung mit dem Sextourismus der europäischen Neckermänner, dessen satirischer Ton beim Hören schon mal weh tun kann. Überhaupt: Wer sich die Mühe macht, die teil kryptischen, teils chaotischen, aber meist intelligent komponierten Texte zu entziffern, wird nicht enttäuscht. Kurzum: Es ist wieder einmal Tom Zés bestes Album. Wer seinen Ton mag, wird auch dieses Album lieben, aber auch allen, die den ewigen Avantgardisten kennen lernen möchten, sei dieses eher gefällige Album, das dafür mit einer quietschenden und rumpelnden »Zubehör«-CD ausgeliefert wird, wärmstens empfohlen.

... Und weil sie gerade neben mir liegt: »Com defeito de fabricação«, was soviel heißt, wie »Mängelexemplar« von 1998 ist auch nicht schlecht, wenn man sie nur oft genug hört. Das charakteristische Geklingel und Geklimpere geht einem entweder auf den Keks oder man gewöhnt sich dran und entdeckt dahinter die musikalischen und konzeptionellen Pretiosen: Kakophonien, Melodien, Synphonien, Tonkollagen, richtig tolle Lieder, intellektuelle Höhenflüge als Bauernschläue getarnt. Der Künstler erklärt hierzu in seiner »Ästhetik des Plagiats«, dass die Zeit der Kompositionen vorbei sei und statt dessen eine Ästhetik der Plünderung urbaner und alltäglicher Klänge entwickelt werden müsse. Nicht wirklich neu, aber immer  wieder gut zu hören.

Für Fans sowieso ein Muss, für »Einsteiger« die Empfehlung: Kaufen Sie sich irgend eine CD von Tom Zé, wenn sie Ihnen gefällt, kaufen Sie sowieso alle anderen auch, wenn nicht, dann eben nicht. Interessant ist Tom Zé allemal immer – auch nach 30 Jahren Avantgarde.

(mk)

Tom Zé:
Com defeito de fabricação
Trama / Luakabop
1998


tom zé na Internet
www.tomze.com.br

Defeito 6: Esteticar
(Espinha dorsal)

pensa que eu sou um caboclo tolo boboca
um tipo mico cabeça-oca
raquítico típico jeca-tatu
um mero número zero um zé à esquerda
pateta patético lesma lerda
autômato pato panaca jacu

penso dispenso a mula da sua ótica
ora vá me lamber tadução inter-semiótica

se segura milord ai que o mulato baião
(ta se blacktieando)
smoka-se todo na estética do arrastão

CA ESTETI CA ESTETU
CA ESTÉTICA DO PLÁGIO-IÊ ...


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