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Betty Mindlin:
Moqueca de Maridos.
Mitos Eróticos

Rosa dos Tempos / Record
303 páginas
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Männer- und Frauenallerlei aus dem Topf der Índios mittels einer brasilianischen Anthropologin

Sind Sie schon erwachsen und lesen immer noch gerne Märchen? Lassen Sie sich gern von Erotik bezaubern? Dann werden Sie viel Spaß an Moqueca de maridos haben.

Denn Moqueca de maridos ist keine Anleitung dazu, wie frau Ehemänner grillt, oder sie etwa fertigmacht, sondern ist der Titel einer Sammlung von erotischen Mythen, zusammengetragen von der brasilianischen Anthropologin Betty Mindlin während ihrer Forschungen in Rondônia unter den Macurap, Tupari, Ajuru, Jabuti, Arikapu und Arúa.

Die aufgeschriebenen archaische Mythen spielen in einer verzauberten Atmosphäre, in einer Zeit als die Tiere menschliche Form hatten und gerne unter den einheimischen Frauen ihre Gattinnen aussuchten, als die Männer menstruierten, die Frauen noch keine Vagina hatten und die Kinder durch den großen Fußnagel zeugten.

Wußten Sie, daß sich hinter der himmlischen Gestalt des Mondes sich ein reumütigen Bruder verbirgt, der seine Schwester zum Inzest überlistet hatte, oder daß sich bei den Amazoninnen eine Schar Frauen freiwillig einen Mann teilten?

Das sexuelle Verlangen, Leitfaden dieser Geschichten, wird immer in Interaktion mit den allgegenwärtigen Geistern, den Txopokod , ausgelebt.

»O Amante Txopokod e a Menina do Pinguelo Gigante« ist ein Meisterwerk der erotischen Literatur. Eine junge Frau wird nachts von den zwei Armen eines Geistes so ausgiebig befriedigt, daß ihre Klitoris immer weiter wächst, bis sie ihr zum Boden hängt, und ihr zum Verhängnis wird.

Oft geht es in diesen Geschichten um die Befriedigung der Frauen. Meistens sind die Frauen die Suchenden. Wenn sie nicht das bekommen was sie wollen, ziehen sie weiter, zu Tieren, Geister, oder basteln sich aus Holz oder Lehm einen Penis.

Die Männer bestrafen sie für den Verrat auf's Brutalste. Ihr Verlangen ist besitzergreifend, oft pervers.

»O homem de pau comprido« hingegen ist eine Liebes-Hymne an alle Frauen. Ein Mann namens Tampot hat so einen langen Penis, daß er jede Frau, die im gefällt, in Entfernungen von hunderten von Metern erreichen kann. Am liebsten sind ihm die Frauen am Fluß, die unwissend, ihre Beine aufmachen und entspannen. Der überdimensionale Penis bereitet überall seinen Weg, durch Wasser und auch unterhalb der Erde. Tampot agiert direkt aus seiner Hütte und hat keine Auswahlkriterien. Verheiratete und unverheiratete, jüngere und ältere Frauen werden von seinem Penis verfolgt und befriedigt.

Die Einheimischen haben der Anthropologin Betty Mindlin Geschichten von einem hohen Unterhaltungswert erzählt, die durch die poetische Kraft des einfachen Erzählstils bestechen. Sie sind voll von zauberhafter Metaphorik, sanft, atmosphärisch dicht, wenn sie das sexuelle Verlangen und dessen Erfüllung schildern, witzig und spannend, wenn sie von Grenzüberschreitungen und der Suche der Protagonisten nach dem individuellen Glück erzählen.

Die verschiedenen Mythen über die Liebes-und Sexualauffassung der Índios aus dem Amazonas werden Sie die Welt mit anderen Augen sehen lassen. Sie sind einerseits die Vergewisserung dessen, daß sich bekannte mythische Szenarien wiederholen, andererseits erfahren sie hier sehr phantasiereiche Variationen dieser Szenarien, die viele unbekannte, verschleierte Aspekte menschlichen Denkens und Verhaltens offenbaren.

Sie müssen nur ihren Blick öffnen und die Erzähler beim Wort nehmen.

Alina Klose-Butuman

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Betty Mindlin é  Antropóloga, com doutorado pela Pontifícia Universidade Católica de São Paulo, e economista, com mestrado pela Universidade de Cornell, vem trabalhando há anos em projetos de pesquisa e apoio a numerosos grupos indígenas da Amazônia. Foi docente e pesquisadora de várias instituições, como a Faculdade de Economia, a FIPE e o Instituto de Estudos Avançados da USP e a Escola de Administração de Empresas de São Paulo da Fundação Getúlio Vargas. Escreveu quatro livros de mitos, Tuparis e Tarupás, São Paulo, Brasiliense/EDUSP/IAMÁ, 1993, Vozes da origem, estórias sem escrita, narrativas dos índios Suruí de Rondônia, São Paulo, Ática/IAMÁ, 1996, (traduzido para o inglês como Unwritten stories of the Suruí Indians of Rondônia, Austin, Institute of Latin American Studies, University of Texas, 1995) Moqueca de maridos, Rio de Janeiro, Rosa dos Tempos, 1997, Terra Grávida, Rio de Janeiro, Rosa dos Tempos, 1999, Nós Paiter, Petrópolis, Vozes, 1985. Trabalha atualmente, no IAMÁ - Instituto de Antropologia e Meio Ambiente.


Leia: Autores indígenas brasileiros – sendas para um registro oral e escrito (Conferência pronunciada ao receber o Prêmio Érico Vannucci Mendes, 10 de julho de 2002)



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