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Patrícia Melo:
Inferno

Übersetzt von Barbara Mesquita

Klett Cotta
399 Seiten


EUR 24,00


Der Klappentext sagt, das Buch läse sich wie das Drehbuch für den unlängst mit einigem Erfolg gelaufenen Spielfilm »City of God«, und in der Tat hat Patrícia Melos Favela-Roman der wirklichen Vorlage des Films, Cidade de Deus von Paulo Lins einiges an Rasanz voraus. Das Szenario jedoch ähnelt dem anderer Favela-Romane auf fatale Weise. Entweder es ist ein Klischee, das sich von Autor zu Autor perpetuiert, oder es ist wirklich so, dass die Strukturen des Drogenhandels in Rio Favelas eine Nebenstaatlichkeit und Nebenkultur aufgebaut hat, die beständiger ist als die staatliche Ordnung und aus der zu entkommen schier unmöglich ist.

Doch entgegen dem nicht ohne Ironie auf die politische Dimension abzielenden Notícias do Mirandão von Fernando Molica (der an dieser Stelle noch einmal auf das Wärmste empfohlen sei) und dem eher reflektierenden wenn nicht gar lamentierenden Cidade de Deus konzentriert sich Patrícia Melos Inferno auf die sehr realistische, manchmal auf brutale Weise alltägliche Geschichte von Reizinho, der sich als Knirps sein Taschengeld mit Schmierestehen und als Laufbursche für die Drogenhändler verdient und irgendwann als Boss des ganzen Viertels endet. Ein klassischer Plot mit Anleihen bei João Antônio, der sein Leben lang solche Karrieren beschrieben hat.

Doch Reizinho stemmt sich gegen den Strudel des Unvermeidlichen. Er ist kaum 12 und schon Crack-süchtig und versucht dennoch, seiner grundehrlichen Mutter zuliebe, eine mies bezahlte Arbeit als (schon wieder) Laufbursche in einem ganz normalen Büro draußen in der Stadt anzunehmen. Seine Mutter, die sich für Kleingeld bei reichen Leuten abrackert, hat ihm den Job vermittelt. Doch er scheitert. Zu tief steckt er bereits drin, zu stark ist der Sog der Verhältnisse, auch die Lust auf wirkliches Leben.

Fortan entwickelt sich seine rasante Geschichte im Zwiespalt zwischen der Frömmigkeit und Ehrlichkeit seiner Großmutter, der Bigotterie der neu-evangelischen Erlöserkirchen, die sich neben dem Drogenhandel auf dem Morro breitmachen, und einer Szenerie der Gewalt, der Exzesse, des schnellen Geldes und abgrundtiefer Depressionen. Reizinho geht, nein taumelt seinen Weg bis ganz nach oben. Auf den Erfolg folgt der Bandenkrieg, die Scharmützel mit der Polizei, den Neidern und Konkurrenten von anderen Hügeln. Doch anders als es bei bei João Antônio wäre, wird er am Ende nicht erschossen. Andere bleiben auf der Strecke. Leitor etwa, der verschrobene Weggefährte und Komplize auf anderen Gebieten. Er soll beim Lesen eingeschlafen und verbrannt sein … 

Die Stärke dieses mit dem Prêmio Jabuti ausgezeichneten Romans ist seine Vielschichtigkeit. Er ist Sozialdrama und Krimi zugleich, eine Schelmengeschichte und noch vieles mehr. Und er kommt so verdammt realistisch daher, dass es manchmal weh tut.

(mk)

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Inferno narra a saga de José Luís Reis - Zé Luís, apelidado Reizinho -, um menino que passa a trabalhar para o tráfico de drogas aos onze anos. Como a própria vida de Reizinho, a narrativa desenvolve-se num ritmo rápido, como um zapping. E tenso, como um filme em que as coisas se complicam cada vez mais e vão sufocando o protagonista. Em torno da vida de Zé Luís, vão se cruzando histórias de paixão, amor, família, trabalho, competição, poder e crime.

Com um senso de humor que é também arma de crítica e com um agudo poder de observação, Patrícia Melo explora cada fato - do simples desejo de consumir determinada marca de iogurte até a receptação de armas contrabandeadas. O resultado é um retrato da face caótica do mundo, em uma história que impressiona pela força da linguagem e mantém o leitor em permanente expectativa.

Prêmio Jabuti 2001 de Melhor Romance



Weitere lieferbare Titel in deutscher Übersetzung:

Ich töte, du stirbst
O Matador
(Hardcover und Taschenbuch)
Wer lügt gewinnt (Hardcover und Taschenbuch)


em Português:

Acqua Toffana
O matador
Elogio da mentira
Inferno
Valsa Negra


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