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Simentera:
Tr'adicional

Mélodie, 2003

Bei www.folker.de stehen sie für September 2003 auf Platz 1 der "World-music-charts", was auch immer das bedeuten mag (äußerst erfreulich ist der Blick auf dies Charts ohnehin, da sich so viel Lusophones dort tummelt). Wie dem auch sei, verdient haben sie es, denn Simentera sind ohne Übertreibung – und ohne der großen Cesária zu nahe zu treten – das Spannendste was die kapverdische Musik auf internationalem Parkett seit langem hervorgebracht hat.

Simentera sind lebendig, innovativ und vor allem kein bisschen festgelegt, was den Musikstil angeht. Das nahe liegende Wortspiel Tr'adicional drückt es aus: Der (ohnehin breit gefächerten) Tradition verbunden und dabei offen für alles neue, zusätzliche: adicional. Und als ob die eigene Spielfreude und Virtuosität nicht genügte, wurde das aktuelle Album durch Gastmusiker aus allen Teilen der Welt verstärkt: Manu Dibango, Paulinho da Viola, Toure Kunda, Maria João und Mário Laginha. Dies verdeutlicht einerseits wieder einmal die vielzitierte Brückenfunktion der kapverdischen Musik, andererseits spricht es für den Stellenwert der Band selbst, dass so viel Prominenz sich von ihnen einspannen lässt.

Der Blick über den Tellerrand geht aber noch viel weiter, und so klingt eine Morna wie »Ami xintadu« durchaus auch ein bisschen heiter, »Só Minha« könnte direkt auch eine angolanische Ballade aus den sechziger Jahren sein und »Mano Preto, Mano Branco« mit Paulinho da Viola wird zu einer ganz eigenen, minimalistischen Fusion von Samba und Coladera, die sich fast nahtlos an das eigentümlich groovende »Oxi Nao« übergeht. Ein weiterer Favorit ist »Tabankamor«, das ebenfalls mit ganz kleiner Besetzung, kaum mehr als zwei Akkorden und einer Trommel auskommt, um sich daraus ganz leise zu ungeheurer Dynamik zu steigern ...

Kurzum: Tausende Hörer können (diesmal jedenfalls) nicht irren: Das Album ist wunderbar und lässt sich, gerade in diesen beginnenden trüben Tagen immer und immer wieder hören. Leider (die kritische Anmerkung kann ich mir zum Schluss dann doch nicht verkneifen) besteht das Cover aus nichts als einem Zettel, der nur das Nötigste auflistet. Wer außer dem Gaststars wann wo auf der Platte zu hören ist, wem die faszinierende Stimme auf  »Oxi Nao« beispielsweise gehört, hätte ich dann doch gerne noch gewusst. Besser sortiert ist dafür die deutsche Promotion-Agentur, auf deren Website www.malagueta-music.com sich viele Zusatzinformationen, Interviews und Pressestimmen befinden.

-mk-

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Eine schöne Besprechung bei www.folker.de
weitere Infos auf
www.malagueta-music.com


alle in novacultura besprochenen CDs können Sie in Deutschland beim TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in portugiesischer Sprache (www.tfm-online.de) bestellen.



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