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Cesária Évora:
Voz d'amor
Tropical Music 2003 |
Ich muss zugeben, je berühmter Cesária wurde, je ausgiebiger
sie über die Bühnen der Welt gereicht und je größer
ihr Publikum wurde, desto weniger interessierte sie mich. Immer mehr erschien
sie mir als Kopie ihrer selbst, und manchmal wünschte ich mir, sie wieder
als "Geheimtipp" erleben zu dürfen.
In gewisser Weise hat sich dieser Wunsch jetzt erfüllt.
Voz d'Amor ist so etwas wie eine Rückkehr zu den Ursprüngen,
mit minimalen, ganz traditionellen Arrangements, den ganz banalen, schön
arrangierten, heiter bis melancholisch klingenden Melodien und Texten, die
einmal die Faszination der kapverdischen Musik ausmachten. Standards, oder
solche, die es werden könnten oder wenigstens so klingen, aus der Feder
von B. Leza, Luis Morais, Adelino Moreira, Teofilo Chantre und anderen
Größen. Dafür keine Experimente, keine weltmusikalischen
Hüftschwünge über Kontinente und Ozeane, keine poppigen
Arrangements, keine Verbiegungen.
Es ist ein bisschen, als entdeckte man Cesária neu. Wie damals, vor
zehn Jahren, als sie mit Miss Perfumado und "Sodade" die kapverdische
Musik in die Gehörgänge der Welt katapultierte. Doch Voz
d'Amor ist, auch wenn kein ausgesprochener Hit darauf zu hören ist,
sogar besser, jedenfalls schlichter arrangiert, besser aufgenommen,
technisch brillianter produziert. Womit bewiesen wäre: Das Popgeschäft
bekommt nicht alle klein.
Cesária Évora jedenfalls erobert sich mit ihrem neunten
Album Voz d'Amor ihre Würde als barfüßige Diva
zurück, deren Größe sich keinesfalls an der Quadratmeterzahl
der zur Verfügung stehenden Bühne orientiert.
(mk) |
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