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Gerhard Schönberger:
Mosambikanische Literatur portugiesischer Sprache
:
Entstehung und Probleme einer Nationalliteratur

DEE
406 Seiten
EUR 128,00


Erstmals erscheint mit der Dissertation von Gerhard Schönberger im deutschsprachigen Raum eine wissenschaftliche Monographie zur Literatur Moçambiques.
Der Verfasser beschränkt sich hierbei ausdrücklich auf "Literatur portugiesischer Sprache". Diese Einschränkung ist sinnvoll, auch wenn damit orale Literatur oder zarte Ansätze des Publizierens in regionalen Sprachen explizit ausgeklammert werden.

Andererseits stellt sich der Verfasser einer anderen Eingrenzungsproblematik, die sich daraus ergibt, dass sich die portugiesischsprahige Literatur Moçambiques zunächst unter kolonialen Bedingungen entwickelte, wobei zahlreiche Autorinnen und Autoren ebenfalls der portugiesischen Literatur zuzuordnen sind.

Das portugiesische Literatursubstrat dieser Zeit, das er in »Portugiesische Klassiker«, »rassistische« und vermeintlich »afrophile« Literatur einteilt, sei dabei klar von der »eigentlichen« afrikanischen Dichtung abgrenzbar, sagt Schönberger in der ausführlich recherchierten und mit umfangreichen historischen Vorbemerkungen versehenen Studie und teilt die Literatur Moçambique vor der Unabhängigkeit in drei Phasen ein: »Europäisch geprägte Literatur«, »Literatur der Rückbesinnung« und »Antikoloniale Literatur«.

Den größten Teil seiner Betrachtungen widmet er allerdings der Zeit nach der Unabhängigkeit bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Im zweiten Teil seiner Dissertation stellt Schönberger ausgewählte Werke der mosambikanischen Literatur in ausführlichen Interpretationen vor, die für ihn »stellvertretend für die wichtigsten Entwicklungsstadien stehen, welche die mosambikanische Literatur durchlaufen hat«. Er schreibt: »João Dias kann ohne Zweifel als der erste afrikanische Schriftsteller moderner Prosaliteratur Mosambiks angesehen werden. (...) Der "Klassiker" José Craveirinha verkörpert die Phase der Rückbesinnung, d.h. der literarischen Hinwendung zum Mutterland Afrika. Luís Bernardo Honwanas Werk ist der erste erzähltechnisch ausgereifte Roman Mosambiks. (...) Ungulani Ba Ka Khosas Roman (...) steht für die nach der Unabhängigkeit schreibende Generation (...), deren Werke nicht mehr von den Zügen einer Protestliteratur gekennzeichnet sind.« Mia Couto und Paulina Chiziane schließlich betrachtet Schönberger unter dem Aspekt ihrer Bedeutung für die gegenwärtige Schriftstellergeneration.

Schließlich wartet das Buch mit einer über 100seitigen recht aktuellen Bibliographie zu Mosambik, mosambikanischer Literatur (auch in deutscher Übersetzung) und anderen literaturwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Werken zu Mosambik auf.

Insgesamt ist Schönbergers Arbeit ein nicht nur wichtiges sondern zugleich auch für interessierte "Laien" gut lesbares Buch, das trotz des (wegen der kleinen Auflage) recht stolzen Preises seinen Weg zumindest in die eine oder andere Bibliothek finden sollte.

-mk-

Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua portuguesa: http://www.TFM-online.de



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