Margarida Rebelo Pinto:
Wer einmal liebt
Übersetzt von Sabine Giersberg
Heyne
272 Seiten
EUR 10.00
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Die gute Nachricht zuerst: Portugal ist in Europa angekommen.
Dann nämlich, wenn auch Literatur übersetzt wird, die nicht wirklich
bedeutend, wichtig oder wenigstens außergewöhnlich ist, dürfte
einer der letzten Schritte der Integration in einen all-europäischen
(wenn nicht gar globalen) Mainstream vollzogen sein. Endgültig.
Die schlechte Nachricht ist eigentlich keine, denn dass diese Art von
Büchern mich persönlich nervt, ist nicht von Bedeutung ganz
abgesehen davon, dass es kaum etwas trivialeres gibt, als triviale Bücher
als das zu beschimpfen was sie sind. Es zwingt einen ja niemand, sie zu lesen!
Andererseits werden sie gelesen, und zwar in hunderttausendfacher Auflage,
und allein deswegen kann niemand so tun, als spielten sie in der Literatur
keine Rolle.
Nun denn:
Wer einmal liebt ist der zweite Roman von Margarida Rebelo Pinto.
Das Thema des Buches erschließt sich aus Titel und Titelbild. Ihr erster
Roman, der unter dem entlarvenden Titel Sei lá (Was weiß
ich / Mir egal / Keine Ahnung) schon 1999 in Portugal sensationelle
Verkaufserfolge feierte, war sogar der wissenschaftlichen Fachzeitschrift
Lusorama (Nr. 43-44/Oktober 2000) eine euphorische Rezension wert.
Ein »unbarmherziger Blick auf eine vor allem weibliche Generation der
neunziger Jahre« wird dem Buch darin unterstellt und eine »Kritik
am 'postfeministischen' weiblichen und männlichen Verhalten«.
Das genau ist der Trick, der nicht nur bei Margarida Rebelo Pinto funktioniert:
Flotte Schreibe, einfach im Satzbau und mit kaum mehr als dem Grundvokabular
und einem Minimum an Phantasie zu bewältigen, paart sich mit einem modernen,
»trendigen« urbanen Ambiente und der Simulation eines irgendwie
problematisierenden Plots. Am besten über Themen wie Frauen-Emanzipation
unter Bedingungen des Karriere-Machens und das Verhältnis von Männern
und Frauen unter eben diesen Bedingungen.
So etwas interessiert hunderttausende, aus welchen Gründen auch immer,
und die Vorstellung, dass eben genau diese hunderttausende Leserinnen und
Leser mit dem Buch und seinem »unbarmherzigen Blick«
(Lusorama) eine radikale Kritik ihrer eigenen Lebensverhältnisse
konsumieren wie eine Seifenoper, ist so faszinerend wie sie vermutlich
unzutreffend ist.
Immerhin ist das Buch unterhaltsam (für alle, die solche Bücher
gerne lesen), und es verkauft sich gut. Es präsentiert dem deutschen
Lesepublikum wieder eine bisher unbekannte, wenn auch entbehrliche, Facette
dessen, was in Portugal geschrieben wird, und es tut niemandem wirklich weh.
Somit ist daran auch nichts auszusetzen.
-mk- |
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Margarida Rebelo Pinto wurde 1965 geboren, arbeitete während
und nach einm Literaturstudium im Journalismus, später beim Fernsehen.
Ihr erster Roman Sei lá erschien 1999 und gewann, nachdem er
130.000 Exemplare verkauft hat, den Literaturpreis der Buchhandelskette Fnac.
Seitdem hat sie weitere vier Bücher veröffentlicht, darunter das
soeben in Deutsch erschienene Não há Coincidências
(über 140.000 verkaufte Exemplare) den Roman Alma de Pássaro
und zwei Bände mit Crónicas und Kurzprosa. Allesamt Bestseller.
Erst kürzlich erschien I'm in love with a pop-star in dem ein
sechzehnjähriges Mädchen einem Popstar hinterherschwärmt.
Daneben schreibt sie Drehbücher, unter anderem für die Verfilmung
ihres Erstlings Sei lá. |
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Margarida Rebelo
Pinto
im Internet
Livros disponíveis em Português
Sei lá
As crónicas da Margarida
Não há coincidências
Alma e Pássaro
Artista de Circo
I'm in love with a pop-star
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