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Teofilo Chantre Teofilo Chantre
Azulando

Tropical Music
2004

Erst kürzlich begeisterte mich an gleicher Stelle der erneuerte frische Klang des jüngsten Cesária- Évora- Albums Voz d'Amor. Jetzt kommt aus derselben Ecke ein weiteres begeisterndes Album, das wie kein zweites geeignet ist, den beginnenden Frühling musikalisch zu untermalen. Azulando – das Blau des Himmels und des Meeres zum Verb erkoren – ist musikalisch so klar und heiter wie die Luft an einem sonnigen Morgen sein sollte.

Teofilo Chantre, der bereits auf Rodatempo bewiesen hat, dass er den Sound von Cesária zwar geprägt aber keineswegs übernommen hat, brilliert hier mehr denn je, mit einer Stimme, deren Stärke das sanfte Understatement ist und mit Arrangements, deren klare Schlichtheit kaum zu übertreffen ist. Hier und da eine Geige, ein Akkordeon, ein Cello (alles durchaus im traditionellen Rahmen) eingesprengt, ansonsten tragen Gitarre, Cavaquinho und auch mal ein Klavier, die Stücke, die sich keinesfalls auf das traditionelle Repertoire der Kapverden beschränken, sondern deutlich auch von Bossa-Nova in ihren heitersten Momenten und ab und zu sogar von Cool-Jazz oder Bebop geprägt sind. Und dann kommt hin und wieder eine mitreißende Coladera dazwischen oder eine kleine Melodie, die statt zum Fingerschnippen direkt zum Mitsingen oder zuminest mit-Pfeifen reizt. Die vielbeschworene Melancholie der Kapverden dagegen ist auf Azulando bestenfalls als Zitat vorhanden. Statt Trauer besingt die einzige wirklich getragene Morna des Albums denn auch «Um Novo Amor». Hitverdächtig ist auch die außergewöhnlich mitreißende Coladera unter dem Titel «Nada Mas Nada Menos».

Azulando beweist: Die in den letzten Jahren ihres Erfolges bisweilen arg strapazierte kapverdische Musik lebt, swingt und erneuert sich. Teofilo Chantre ist daran in vielerlei Hinsicht beteiligt. Schön, dass man das alle paar Jahre auch einmal so deutlich zu Gehör bekommt.

-mk-

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Teofilo Chantre: Rodatempo


Teofilo Chantre wurde 1964 auf der kapverdischen Insel São Nicolau, geboren, kam mit seiner Familie im Alter von einem Jahr auf die Insel São Vicente in die Hafenstadt Mindelo, das kulturelle Zentrum des Archipels. Sein Vater Vitorinho Chantre schrieb damals Texte für verschiedene Komponisten, unter anderem für Armandio Cabral, den Komponisten des Klassikers «Sodade» von Cesaria Evora.

Mit 13 Jahren ging Teofilo Chantre mit seiner Familie nach Frankreich. Er lernte Gitarre zu spielen und begann eigene Stücke zu komponieren, inspiriert von brasilianischer Musik. Mit 17 Jahren entdeckte er die Musik seines Heimatlandes neu für sich.

1994 veröffentlichte er in Frankreich sein erstes Album Terra e Cretcheu (1994) und Di Alma(1997). Sein erstes "Internationales" Album Rodatempo erschien 2000 bei Tropical Music.


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