Lídia Jorge:
O vento assobiando nas gruas
Publ. Dom Quixote
538 páginas
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| Grossmutter Regina Leandro ist aus einem Krankenwagen geflohen
und wird später tot vor dem Eingang der alten Konservenfabrik von Valmares
gefunden. Milene, die Enkelin, die bei ihr lebte, beerdigt sie allein, die
Verwandten sind im Urlaub.Milene, von einfachem Gemüt, geistig etwas
zurückgeblieben, versucht nun die richtigen Wörter zu finden, um
den Verwandten den Tod der Grossmutter zu beschreiben. Milenes Tanten und
Onkel der Familie Leandro gehören zur wohlhabenden Oberschicht des Ortes.
In der alten Fabrik - 1908 gegründet - lebt inzwischen eine
Großfamilie aus Cabo Verde zur Miete. Milene, völlig erschöpft
von den Ereignissen um den Tod der Grossmutter, sprachlos zunächst,
wird dort herzlich aufgenommen und bleibt über Nacht.
So spielt der Roman in zwei Welten: Hier die Geschichte der Konservenfabrik
, Milenes Tanten und ihre Männer und Ehemänner, die Kusinen und
Vettern, darauf bedacht, dass ihr Ansehen durch den einsamen Tod der alten
Frau keinen Schaden nimmt. Es gilt nun allerlei Interessen zu verteidigen,
politische und finanzielle. Die Fabrik soll verkauft werden. Das Gelände
in Strandnähe bietet sich für ein modernes Großprojekt an.
Auf der anderen Seite die Familie aus Cabo Verde um die alte Ana Mata, deren
Töchter und Enkel. Die Tochter Felicia ist stolz auf den Sohn Janina,
der gerade eine vielversprechende Karriere als Sänger beginnt. Zwischen
Felicias jung verwitwetem Sohn Antonino, Kranfahrer, Vater zweier Kinder,
und Milene entspinnt sich eine schüchterne Liebe. Als die Leandros endlich
davon erfahren, ist die Empörung groß. Es ist immer wieder Milenes
unvoreingenommener Blick auf die Menschen und die Ereignisse, der die
Atmosphäre des Romans prägt. Von den Verwandten als die arme kindliche
Waise angesehen, beweist Milene gerade in der Beschränktheit ihrer kleinen
Welt in all ihrer Unschuld eine grosse menschliche Wärme und Tapferkeit.
Am Ende kauft ein Holländer, Bauherr internationaler Grossprojekte,
das Grundstück mit der denkmalgeschützten alten Fabrik, Milene
kann ihren Antonino heiraten, die Familie der Matas kommt in einer neuen
Siedlung unter. Doch bis all dies so weit ist, gilt es einige Hindernisse
zu überwinden, die den Spannungsbogen des Romans halten. Am Ende, auf
Milenes Hochzeit, ahnt ihre Lieblingskusine, angereist aus den USA, dass
die Hindernisse nicht auf die anständigste Weise behoben wurden. Alles
scheint gerettet - beide Welten bleiben bestehen und die Moderne kann in
Valmares einziehen. |
Ray-Güde Mertin |
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| Lídia Jorge wurde 1946 in der Ortschaft Boliqueime
in der Algarve geboren. Ihre Jugend verbrachte sie dort als Einzelkind bei
der Mutter und anderen weiblichen Familienmitgliedern. Alle Männer,
der Großvater, der Vater und dessen Brüder, waren ins Ausland
abgewandert. Die Abwesenheit der Männer, der enge Kontakt mit der
ländlichen Umgebung, mit dem "Geruch der Erde", dem Wechsel der Jahreszeiten
prägten ihre Kindheitserlebnisse ebenso wie die vielen wunderbaren,
oft wundersamen Geschichten, die man sich dort erzählte. Nach ihrer
Schulzeit in Faro zog sie nach Lissabon und studierte Romanistik. Während
des Kolonialkrieges hielt sie sich mit ihrem ersten Mann, einem Offizier
der Luftwaffe, einige Jahre in Afrika auf: zunächst in Angola (1969
- 1970), dann in Mosambik (1972 - 1974). Nach ihrer Rückkehr unterrichtete
sie an einem Gymnasium in der Hauptstadt, arbeitete für das portugiesische
Erziehungsministerium und lehrte an der Universität Lissabon
Literaturwissenschaft. |
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| In deutscher Übersetzung lieferbare Bücher
Nachricht von der anderen Seite der
Straße.
(Notícia da cidade silvestre) Roman. Aus dem Portugiesischen von Karin
von Schweder-Schreiner.
Geb.1990. 442 Seiten. 22,80
Die Küste des Raunens. (A costa dos
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dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner. Geb.
2000. 256 Seiten. 20,80
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Prémio APE für Lídia
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Prémio Literário Correntes
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