Assis Brasil
A margem imóvel do
Rio
174 páginas
L & PM, Porto Alegre, 2003 |
Rio de Janeiro, 1889: der Hofchronist des brasilianischen Kaisers erhält
einen seltsamen Auftrag. Er soll im äussersten Süden des Landes,
in Rio Grande do Sul, nach einem Grossgrundbesitzer mit dem Allerweltsnamen
Francisco da Silva suchen, dem Pedro II. vor zwanzig Jahren den Adelstitel
Barão da Serra Grande versprochen haben soll. Der Historiker
durchwühlt seine Hefte und Notizen und findet tatsächlich diesen
Namen, sonst aber nichts. Als Witwer und nach dem abrupten Tod seiner
Haushälterin hat er nichts zu verlieren und macht sich auf den Weg in
die kalten Regionen des Südens. In der Diözese Porto Alegre
stösst er auf den ersten Hinweis: ein gewisser Francisco da Silva soll
sich an der Renovation des Kirchendachs beteiligt haben. Die Quittung fehlt.
Der Chronist sucht nach einer Serra Grande und findet deren zwei - eine zwischen
Pelotas und Bagé, eine zweite am Dreiländereck
Brasilien-Argentinien-Paraguay. Das Wetter wird immer kälter, der Winter
kommt. Einer seiner Gastgeber - der falsche Francisco da Silva Nr. 2 - schenkt
ihm einen Poncho. Bei seinen Streifzügen durch die Pampa begegnet er
immer wieder einem Russen, Anton Antónovich Tarabukin, der kaum ein
Wort Portugiesisch spricht, von einem französischen Dolmetscher begleitet
wird und nach Gold sucht. Sie finden tatsächlich Gold, nicht aber den
richtigen Francisco da Silva. Enttäuscht kehrt der Hofchronist an seinen
Ausgangspunkt zurück, den Hafen von Rio Grande, um sich nach Rio de
Janeiro einzuschiffen. Da taucht im Hotel ein alter, gebrechlicher Portugiese
auf, der behauptet, der wahre Barão da Serra Grande zu sein. Dichtung
oder Wahrheit? Der Hofchronist schifft sich auf der Maranhão ein und
erreicht wohlbehalten Rio de Janeiro. Er hat seinen Auftrag erfüllt,
doch das Kaiserreich gibt es nicht mehr. Vor zwei Tagen hat Pedro II. das
Land verlassen, der Hofchronist seine Funktion verloren. Er radiert den Namen
Francisco da Silva in seinem Notizbuch aus und fühlt sich endlich frei
von allen Verpflichtungen.
Der neueste Roman von Luiz Antonio de Assis Brasil, Ende letzten Jahres
erschienen, ist der zwei Teil der Trilogie Besucher im Süden
(Visitantes ao Sul) und verdient, wie auch der erste (O pintor
der retratos - der Porträtmaler) ins Deutsche übersetzt zu
werden |
(Albert von Brunn, Zürich) |
Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão
disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do
Disco de Língua portuguesa:
http://www.TFMonline.de |
| Luiz Antonio de Assis Brasil nasceu em Porto
Alegre, em 1945, onde vive. Autor de dezesseis romances, entre os quais
Videiras de cristal (1990) e Concerto campestre (1998), recebeu
várias premiações, como o Prêmio Literário
Nacional, do Instituto Nacional do Livro, por Cães da província
(1987), o Prêmio Pégaso de Literatura da Colômbia
Menção Especial do Júri por Perversas
famílias (1992), o Prêmio Machado de Assis, da
Fundação Biblioteca Nacional, por O pintor de retratos
(2001), o Prêmio Érico Veríssimo pelo conjunto da obra
e vários prêmios Açorianos de Literatura. Em 2001,
lecionou como professor convidado dentro do programa Distinguished Brazilian
Writer in Residence da Universidade de Berkeley, Califórnia, e em
2000 foi conferencista na Brown University, Rhode Island. Tem romances publicados
em Portugal, na França e na Espanha, além de participar de
antologias lançadas nos Estados Unidos, Alemanha e Canadá.
A margem imóvel do rio compõe com O pintor de retratos
um díptico que mostra as incursões de viajantes no Brasil do
século XIX. |
|
|
|