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Portugal trauert um Carlos Paredes


Carlos ParedesAls Portugal 1974 über Nacht seine faschistische Diktatur in den Ruhestand jagte, lag Musik in der Luft. Nicht nur José Afonsos Grândola, sondern - sehen Sie sich die Dokumentationen dieser Zeit an, oder meinetwegen eine beliebige Portugal-Dokumentation aus heutiger Zeit -, vor allem ein schwebendes, flirrendes, Hoffnung transportierendes Stück auf der zwölfsaitigen portugiesischen Gitarre: "Verdes Anos" von Carlos Paredes, das tatsächlich einmal Filmmusik gewesen war für einen gleichnamigen Film aus dem Jahr 1962. Inzwischen gilt es als eine der "heimlichen Nationalhymnen" Portugals.

Carlos Paredes wurde 1925 in Coimbra geboren. Bereits sein Urgroßvater war ein Meister auf der portugiesischen Gitarre gewesen, und so erlernte auch er das Gitarrenspiel im Alter von nur vier Jahren von seinem Vater.

1957 erschien seine erste EP unter dem schlichten Titel Carlos Paredes. Es folgten verschiedene Film- und Theatermusiken, darunter Verdes Anos (1962) und mit Romance n° 2 (1968) ein erstes Dokument seiner Beschäftigung mit klassischen Elementen, denn Paredes' Einflüsse sind sowohl im traditionellen Fado de Coimbra zu suchen (dem die Guitarra Portuguesa insbesondere als Begleit-Instrument dient) als auch in der Kammermusik der Renaissance.
1968 erscheint endlich auch seine erste LP Guitarra Portuguesa, mit Fernando Alvim an der spanischen Gitarre, mit den unvergesslichen Stücken "Variações em Ré Maior" und der mythischen "Canção Verdes Anos", die zum Soundtrack der portugiesischen Revolution werden sollte, denn wie die meisten seiner künstlerischen und intellektuellen Kollegen engagierte Carlos Paredes sich gegen die Diktatur und später für die Revolution. Bereits 1957 saß er für 20 Monate  wegen "kommunistischer Aktivitäten" im Gefängnis. Nach dem 25. April spielte er landauf landab, meist ohne Gage, im Rahmen der kulturellen Dynamisierung, die das neue Portugal erfasst hatte. Unvergessen ist das Tondokument É preciso um País, das er 1975 gemeinsam mit dem Lyriker Manuel Alegre einspielte.

Movimento Perpétuo, der Titel eines seiner legendären Alben zieht sich wie ein Lebensmotto durch sein Werk. Er unternahm musikalische Ausflüge in die Gefilde des Jazz, der Klassik ohnehin, und ohne Probleme auch in die Popmusik: Auf dem Live-Doppelalbum  Lisboa von Madredeus ist der Applaus am größten, wenn Carlos Paredes seinen Gast-Auftritt hat, Ala dos Namorados verdanken einem seiner Konzerte vermutlich ihre Entdeckung. 1983 spielte Carlos Paredes übrigens eine seiner Live-Platten (Concerto em Frankfurt)  in der Frankfurter Alten Oper ein. Auch dies ein Ton-Dokument der ganz besonderen Art.

Während all dieser Zeit des Ruhms blieb der Weltklassemusiker Angestellter im portugieischen Gesundheitsministerium. Materieller Gewinn schien ihm gleichgültig zu sein. 1993 beendete Carlos Paredes , der aufgrund einer Rückenmarksschädigung an schwerem Muskelschwund litt, seine musikalische Karriere und lebte seitdem in einem Lissaboner Pflegeheim. Am Freitag starb der Meister im Alter von 79 Jahren.

- mk -

Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua portuguesa: http://www.TFMonline.de

Fontes na Internet:

PTVip
Instituto Camões
terravista
o Público
Correio da Manhã

Discografia


– Carlos Paredes, EP, 1957
– Romance N.º 2, EP, 1968

– Fantasia, EP, 1968
Porto Santo, EP, 1968
Guitarra Portuguesa, 1968
Meu País, EP, 1970
Balada de Coimbra, EP 1971
Movimento Perpétuo, 1971
Movimento Perpétuo, EP, 1972
António Marinheiro, EP, 1972
É Preciso um País (com Manuel Alegre), 1975
Concerto em Frankfurt, 1983,
Invenções Livres, 1986
Espelho de Sons, 1987
– Dialogues (com Charlie Haden), 1990
– Asas sobre o Mundo, 1992

Carlos Paredes/José Afonso/Luiz Goes, 1993
Na Corrente, 1996
O Melhor de Carlos Paredes, 1998
Canção para Titi - Os Inéditos, 1993, 2000


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