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António Lobo Antunes: ElefantengedächtnisAntónio Lobo Antunes
Elefantengedächtnis
Übersetzt von Maralde Meyer-Minnemann

200 Seiten
Luchterhand Literaturverlag, 2004

EUR 18,00

Als António Lobo Antunes 1973 aus dem Kriegsdienst zurückkehrte, den er als Sanitätsoffizier im Vernichtungskrieg gegen die angolanischen Befreiungsbewegungen abgeleistet hatte, war er ein gebrochener junger Mann. Wie ein waidwundes Tier beginnt der junge Lobo Antunes, der inzwischen als Psychiater in einem Lissaboner Krankenhaus arbeitete, gegen die eigene quälende Erinnerung anzuschreiben: Elefantengedächtnis, sein erster Roman, der in Portugal längst zu den modernen Klassikern gehört, ist nun, zum 25jährigen literarischen Jubiläum des Autors, endlich auch auf Deutsch erschienen.

Erzählt wird darin ein Tag im Leben eines jungen, aus dem Krieg heimgekehrten Psychiaters, der wie ein waidwundes Tier versucht, gegen die eigene quälende Erinnerung anzuschreiben …
Wie Dämonen suchen ihn die Bilder aus dem Kolonialkrieg heim, doch nicht nur sie ätzen sich in seine Seele. Die ganze verstaubte Gesellschaft, die Familie, dieses großbürgerliche Netzwerk aus nach Naphtalin stinkenden alten Tanten und gespenstisch-autoritären Vätern, Großvätern, Großonkeln - Kollaborateure des Faschismus, die nicht im Traum daran denken, abzudanken - , dazu eine auf das tragischste gescheiterte Ehe, treiben ihn in übermäßigen Alkoholkonsum und nur schwer erträglichen Zynismus. Schmerz schlägt in Hass um und wird körperlich. Die Unruhe und Getriebenheit des Protagonisten, dessen Nähe zum Autor fast physisch greifbar wird, überträgt sich unweigerlich auf den Leser, die Irrenanstalt wird zur Metapher, die sich in all den anderen großen Romane, die Lobo Antunes in der Folgezeit geschaffen hat, in immer neuen Variationen wiederholt. Elefantengedächtnis liest sich wie ein Prototyp dieses gewaltigen, verschachtelten, und noch lange nicht abgeschlossenen Gesamtwerks, mit dem sich Lobo Antunes mit jedem Roman neu den immer gleichen Hass von der Seele schreibt.

-mk-


Alle auf  novacultura besprochenen Titel sind in Deutschland über das TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in portugiesischer Sprache http://www.TFMonline.de erhältlich.

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren. Er studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissabonner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt.

Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile fünfzehn Titel umfaßt und in über fünfzig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander.


Rezensionen
zur deutschen Ausgabe:
Stuttgarter Nachrichten

NDR-info
Deutschlandradio
neucom.org


Em Português:
– Memória de Elefante (1979 - Ed. 2004: Publ. Dom Quixote )

Veja também:
Boa Tarde às Coisas Aqui em Baixo

A Escrita e o Mundo em António Lobo Antunes
António Lobo Antunes: Jeruzalem Prize e 25 anos de carreira
Maria Alzira Seixo:Os Romances de António Lobo Antunes


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