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Yvette Centeno: Im Garten der NussbäumeYvette K. Centeno
Im Garten der Nussbäume
Übersetzt von Markus Sahr

160 Seiten
Edition Erata, 2004

EUR 14,95

„Sieh deinem Leben ins Gesicht. Nimm es an. (...) Was wir Seele nennen, ist ein verschlossener Garten. (...) Es gibt keinen Schlüssel, um ihn zu öffnen. Ich war nicht fähig, ihm mehr zu sagen.“

„Es ist kein Roman, es ist ein Netz. Eine Tapisserie?“, behauptet die Erzählerin irgendwann im Verlauf des Buches, das diese „Meta-Ebene“ so selbstverständlich zum Bestandteil der Handlung macht, wie eine zwischen den Fingern zerquetschte Spinne oder schlicht „Die engen Straßen, die Türen mit den Holzlamellen, die Dächer mit von Hand gefertigten Ziegeln aus Ton“ in einem kleinen Ort an der Algarve, an den sich die Erzählerin zurückzieht, um zu schreiben, Ordnung in ihren Zettelkasten, ihre Erinnerungen, ihr Leben zu bekommen:

„Ich sitze auf der Tenne. Ich befinde mich im Mittelpunkt der Welt. Lerne, mich nicht zu bewegen. Wenn ich die Augen schließe, flattern Fledermäuse im Innern der Lieder.“

Aus dem Netzwerk der Fragmente und Notizen entsteht ein Roman über die Liebe, die Leidenschaft, auch ein Roman über Portugal nach der Nelkenrevolution. Der Text, die Texte, Schlaglichter und Halluzinationen, kreisen zugleich um das Scheitern von Biographien und das Ringen um deren Selbsterhalt, wobei das Aufblitzen der einzelnen Schicksale in fataler Weise immer wieder auf Verwerfungen, Katastrophen und Konflikte der europäischen Geschichte verweist.

Und gleichzeitig ist es zu jeder Zeit möglich, manchmal sogar notwendig, jedes einzelne Fragment, jeden einzelnen Satz als geschlossenes, unabhängiges Kunstwerk zu lesen. Schließlich ist die Autorin vor allem Lyrikerin, und der Übersetzer scheint sich dieses Umstandes bei seiner Arbeit zu jeder Zeit bewusst gewesen zu sein.

Kurzum: Es ist ein wunderbares - wenn auch streckenweise beunruhigendes - Stück Prosa, das nun, über 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in Portugal, in eine hervorragende deutsche Fassung übersetzt wurde.

-mk-


Alle auf  novacultura besprochenen Titel sind in Deutschland über das TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in portugiesischer Sprache http://www.TFMonline.de erhältlich.

Yvette K. Centeno (* 1940) ist Dichterin, Erzählerin, Essayistin und Übersetzerin, u.a. von Brecht, Goethe und Stendhal aber auch Shakespeare und Celan. An der Lissaboner Universidade Nova hat sie als Germanistin einen Lehrstuhl für vergleichende Literaturwissenschaft inne und leitet in dieser Eigenschaft eine Forschungsabteilung für Symbologie sowie einen Arbeitskreis zu Theater und Gesellschaft.


Em Português:
No Jardim das Nogueiras


Mais informações
e textos on-line: http://www.mulheres-ps20.ipp.pt


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