Hans-Joachim
Döring /
Uta Rüchel (Hrsg.):
Freundschaftsbande und Beziehungskiste
Die Afrikapolitik der DDR und der BRD
gegenüber Mosambik
213 Seiten
Brandes und Apsel, 2005
EUR 14,90 |
Im Februar 2004 trafen sich in der evangelischen Akademie in Wittenberg
ostdeutsche, westdeutsche und mosambikanische ExpertInnen und AktivistInnen
zu einer Konferenz über die deutsch-mosambikanischen Beziehungen seit
1975 unter besonderer Berücksichtigung der Solidaritätsarbeit in
den beiden deutschen Staaten. Erstmals wurde auf dieser Konferenz der Versuch
unternommen, die drei Perspektiven des heute "Entwicklungszusammenarbeit",
damals "Solidarität" respektive "Entwicklungshilfe" genannten Engagements
gemeinsam zu beleuchten. Eine spannende und angesichts der historischen
Verflechtungen auch keinesfalls konfliktfreie Initiative, die vermutlich
nur den Anfang einer deutsch-deutsch-mosambikanischen Aufarbeitung der
gemeinsamen Geschichte darstellt.
Die Volksrepublik Mosambik war in den achtziger Jahren eines von drei
Ländern im südlichen Afrika, zu denen die DDR intensive
auswärtige Beziehungen unterhielt, nachdem sie bereits seit den
sechziger Jahren den Unabhängigkeitskampf Mosambiks aktiv unterstützt
hatte. Der 1979 abgeschlossene Freundschaftsvertrag zwischen der DDR und
Mosambik resultierte aus einer Gemengelage von höchst unterschiedlichen
politischen wie ökonomischen Interessen, wie Hans-Joachim Döring
bereits in seiner Studie «Es geht um unsere
Existenz» nachweist. In Folge dieses Freundschaftsvertrages engagierten
sich tausende DDR-Bürger in und für Mosambik, und umgekehrt kamen
Zehntausende von Mosambikanern in die DDR. Die «Schule der
Freundschaft» in Staßfurt steht beispielhaft für diese besondere
Form staatlich organisierter Solidarität und führte zu tausendfachen
persönlicher Begegnungen zwischen Mosambikanern und Deutschen.
In der BRD, deren offizielle Politik mehr oder weniger offen gegen das
sozialistische Mosambik gerichtet war, bildete sich eine meist oppositionelle
eigenständige Mosambik-Soli-Szene, die so heterogen war wie die Motivation
ihrer Protagonisten. Heute wiederum ist Mosambik ein Schwerpunktland der
staatlichen Entwicklungspolitik der BRD, wobei diese stillschweigend auf
Grundlagen aufbaut, welche seinerzeit von der DDR-Solidarität gelegt
wurden.
Historisch gesehen verdienen die deutsch-mosambikanischen Beziehungen unter
den verschiedensten Aspekten höchste Aufmerksamkeit. Ein erster Schritt
in diese Richtung ist mit diesem Band getan, dem es zudem gelingt, die
biographisch und politisch teilweise sehr unterschiedlichen Herangehens-
und Sichtweisen der Autorinnen und Autoren nicht nur aufeinanderprallen zu
lassen sondern in einen konstruktiven Dialog zu bringen und so zu einer extrem
spannenden Lektüre zusammenzustellen, die viel Interessantes, Neues
und Erhellendes zu einem höchst bemerkenswerten und leider viel zu selten
beleuchteten Stück (Welt-)Geschichte bietet. |
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-mk-
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Alle auf novacultura besprochenen Titel sind in Deutschland
über das TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in
portugiesischer Sprache
http://www.TFMonline.de
erhältlich. |
Mit Beiträgen von
Almuth Berger,
Hans-Joachim Döring,
Klaus Ebeling,
Uschi Eid,
Volkmar Köhler,
Katrin Lohrmann,
Adelino Massuvira,
Helmut Matthes,
Daniel Paasch,
Ulrich Reppel,
Uta Rüchel,
Landolf Scherzer,
Ilona Schleicher,
Friedrich Schorlemmer,
Peter Steudtner,
Mathias Tullner,
Sergio Clemente Taero,
Matthias Voß,
Helmut Weber |
s. auch: Rezension in
Neues
Deutschland (01.02.04)
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Der Bildteil des Bandes
zeigt Arbeiten namhafter mosambikanischer Fotografen (Rui Assubuji, Luís
Basto, José Cabral, Joel Chiziane, Alfredo Mueche, Kok Nam, Sérgio
Santimano, Naíta Ussene).
Sie sind Teil einer Wanderausstellung, die über die «Arbeitsstelle
Eine Welt» <aaew@ekkps.de>
angefordert werden kann.
Von Hans-Joachim Döring ist außerdem
erschienen:
»Es
geht um unsere Existenz«: Die Politik der
DDR gegenüber der dritten Welt am Beispiel von Mosambik und Äthiopien
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