In ihrer neuen CD, für die sie sich seit dem Debüt im Ende 2002
immerhin fast 3 Jahre Zeit gelassen haben, weiten Revista do Samba
ihr Repertoire auf die «outros Sambas» die eher abseitigen und
dadurch weniger bekannten Sambas und Bossas aus, ohne dabei die
schnörkellos akkustische Grundlinie zu verlassen, mit der die Gruppe
schon vor 3 Jahren überzeugte.
Dass sie sich dabei bis zu Stücken von Arnaldo Antunes vorwagt und dabei
Stilelemente übernimmt, die Itamar Assumpção in seiner
Avantgardisierung von Ataulfo Alves entwickelte, ohne sich wesentlich zu
verbiegen oder mit Experimentalismen anzubiedern spricht für die
außerordentliche Reife, die sich die «Samba-Revue» auf kleinen
und großen Bühnen dieser Welt seit 1999 inzwischen erspielt
hat.
Und irgendwie hat es ohnehin etwas provokantes und im künstlerischen
Sinn Artifizielles, wenn eine Band aus São Paulo die «Morros»
von Rio de Janeiro besingt und ihre Platten in Berlin produzieren lässt.
Hörbar ist die CD in diesem Sinn aber auch einfach als schöne Musik,
als die sie die Mehrheit des Publikums wahrnehmen wird.
Absolutes Highlight der neuen Platte ist «Você nasceu para ser
granfina» von Laurindo de Almeida, in dem es just um die Einfachheit
des Samba geht, die das Trio mit Stimme, Gitarra, Cavaquinho und Perkussion
mit jedem Stück eindrucksvoll unter Beweis stellt. Daneben spielen Revista
do Samba Klassiker von Cartola, Noel Rosa, Zequinha do Abreu («Tico
Tico no Fubá») und spannt den Bogen quer durch das 20. Jahrhunder
bis hin zu dem genannten Arnaldo Antunes und Letícia Coura, deren
Stücke auf das Jahr 2000 datieren.
Schön, also die neue «Revue» der Revista do Samba, die
übrigens am 21. Juli in Berlin im
Quasimodo auftreten
werden und 23 und 24. September auf dem
Sambasyndrom-Festival
ebenfalls in Berlin zu erleben sein werden. Wer nicht hingehen kann,
sollte sich aus Outras Bossas seinen Soundtrack für den Sommer
machen. |