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Terezinha Araujo: nôs riquezaTerezinha Araújo
Nôs Riqueza


Malagueta Music / Nocturne 2005


Wie schafft es eigentlich die Musik der Kapverden immer wieder neu und überraschend zu klingen, obwohl sich an dem seit Jahrzehnten eingespielten Melodienkanon kaum etwas Wesentliches ändert? Lässt der der die Inseln umgebende Atlantik einfach nur die besten InterpretInnen herüberschwappen? Oder ist es, weil in jeder Variation eine neue Geschichte mitschwingt. Geschichten wie diese:

Terezinha Araújo wächst im im Exil in Conakry (Guinea) auf. Es ist die Zeit des Unabhängigkeitskampfes der Kapverden und Guinea-Bissau. Erste Auftritte absolviert Terezinha als Kind in einer Theatergruppe der kapverdischen Exilanten, und dann wird sie von der ebenfalls im Exil lebenden Miriam Makeba entdeckt und gefördert.

1972 singt sie in Dakar vor kapverdischen Exilanten, und bei der Morna «Fidjo Magoado» brechen ihre Landsleute in Tränen aus, sagt man. Ein Jahr später singt sie als jüngste Künstlerin auf den Weltfestspielen der Jugend in Berlin (DDR) vor einem internationalen Publikum und geht anschließend auf ein Musik-Internat in die Sowjetunion.

Erst 1975 - nach der Unabhängigkeit - lernt sie die Kapverden und den Komponisten des «Fidjo Magoado» endlich persönlich kennen, studiert und arbeitet aber weiter in der Sowjetunion, und es sollte 1985 werden, bis sie ihren ersten Solo-Auftritt «zuhause» absolviert. Als Mitarbeiterin des Kulturministeriums lässt sie sich dann auch endlich auch auf den Kapverden nieder.

Anfang der neunziger Jahre gründet sie den Kulturverein Simentera und tourt abermals um die Welt und nimmt mehrere Platten auf. Ihre erste eigene CD erscheint nun, 30 Jahre nach den ersten Solo-Erfolgen in Dakar, aufgenommen in Berlin, in denen auch die Weltfestspiele der Jugend längst schon verblassende Geschichte sind.

Das alles lässt sich auf einer CD in Musik packen? Vielleicht. Mit «Fidjo Magoado» selbstverständlich, dem Lied, das sie seit 1972 begleitete. Mit zahlreichen Vertonungen des Guinéischen Nationaldichters und Unabhängigkeitsaktivisten José Carlos Schwarz und   «Guerrilheiro» von Abilio Duarte, einem politischen Weggefährten von Amilcar Cabral. Texte, die man ruhig auch im Booklet hätte wiedergeben können. Und mit «Monami» einem angolanischen Klassiker von Lurdes Vandunem, der, anrührender noch als «Fidjo Magoado» zu den Highlights der an Highlights nicht armen CD gehört..

Wer kein Interesse an der Geschichte hinter der Musik hat, erfreut sich einfach an den mitreißenden Melodien, an der außerordentlich sympathischen, kraftvolle, variationsreiche Stimme der Interpretin, umrahmt von ebenso kraftvollen Arrangements aus dem klassischen Instrumentarium (Gitarre, Perkussion, Klavier) und einigen dezent platzierten Extras, wie Geige, Balafon, Kontrabass, Harmonika. Mehr braucht es nicht, um nach einer jahrzehntelangen Odysse durch die halbe Welt musikalisch wieder ganz zu Hause (wo genau ist  eigentlich zu Hause?) anzukommen:  

In den vergangenen zwei Jahren war Terezinha Araújo mehrmals auf Deutschland-Tournee. Bei der Gelegenheit entstanden auch die Aufnahmen zu der CD, die in einer Vorab-Version  und mit anderer Titelfolge (achtung, Raritäten-Sammler) bereits im vergangenen Jahr von der Bühne herab verkauft wurde.

Nun ist eine richtige Plattenfirma gefunden. Das hat die Musik mehr als verdient. Die Kritik überschlägt sich bereits. Was sollte sie auch anders tun.

-mk-


Alle auf  novacultura besprochenen Titel sind in Deutschland über das TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in portugiesischer Sprache http://www.TFMonline.de erhältlich.

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