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António Gregório: Uma história de desamor treze vezesAntónio Gregório
Uma história de desamor treze vezes

91 páginas
Ambar 2005

Selten hat mich ein Debüt auf Anhieb so begeistert wie dieses erste Buch von António Gregório, eine aus dreizehn Episoden bestehende Novelle Uma história de desamor treze vezes (Auf Deutsch in etwa: Eine Geschichte der Verachtung dreizehn Mal), wobei im portugiesischen "Desamor" das Wort Liebe eine entscheidende Rolle spielt, die Verachtung in diesem Fall auch eine Entliebung ist, das schleichende Ende und Abhandenkommen einer Liebe aus Lieblosigkeit also. Alberto Moravia lässt grüßen, auch wenn dessen "Verachtung" im Original Il desprezzo heißt..

Es ist eine einfache Geschichte, vom Beginn einer Liebe, dem Verlauf einer kurzen Beziehung, ihrer schnellen Abnutzung und dem Leiden des Protagonisten als ihn überraschend das Ende trifft. Das Ende der Liebe, und ach!, wie tut man der Geschichte unrecht, wenn man sie so prosaisch erzählt. Denn normalerweise klingt das so:

«No dia em que ela veio para o adeus, a tarde tinha acabado de almoçar e digeria silenciosamente as horas. A tarde e ela entraram: a tarde calada e ela a dizer coisas que eu não percebi bem, assim logo à primeira, porque estava ocupadp com não sei o quê – juro que estava –, às voltas pela casa, a entrar e a sair das assoalhadas, provavelmente a espanar os móvieis, a aspirar os tacos do chão ou a limpar os vidros das janelas. E ela sempre atrás de mim, repetitiva: a tarde a digerir as horas e ela um bife de joja ou um esparregado ou algo que o valha, porque é vegetariana – pelo menos era –, e o não-sei-o-quê que me ocupava devia ser importante porque, apesar de não me lembrar agora do que era, absorvia-me a capacidade de discernimento e, por isso, só por isso, não percebi bem, assim logo à primeira, o sentido das coisas que ela dizia: a razão da sua vinda: o adeus.»

Erzählt wird vom Ende her, der kalte Abschied ist von vorneherein Tatsache, und doch schildert Gregório noch im selben Kapitel das Kennenlernen, das Entflammen der Liebe in einer Art, die wahrhaftig Gänsehaut verursacht. Und ebenso kompromisslos wie poetisch – ja in der Tat poetisch – erzählt er die Einöde einer Beziehung, deren Protagonisten buchtäblich zu blöd, zu unflexibel, womöglich zu unsicher sind, diese wunderbare Liebe zu halten. Im anheimelnden Ambiente einer Sandwichbude, zwischen Mayo und zwei Käsescheiben mit Salatblatt kriecht unbemerkt die Verachtung in die Liebe: Desamor

Und wie es in jungen Jahren bisweilen vorkommen soll, inszeniert der schließlich kalt Abservierte, Verlassene sein Leiden in Verwahrlosung und tiefer (vor sich selbst) zur Schau getragener Depression, doch – o gnadenloser Autor, nicht einmal das gelingt ihm wirklich. Werther war gestern doch auch heute ist «das Ende einer Liebe so kitschig wie die Liebe selbst» (sagt Gregório).

Es ist nicht zu verleugnen: Aus den Zeilen spricht eine zutiefst romantische Seele, der es als Autor Kunst und Vergnügen ist, die mäandernden, zerfasernden, sich im Kreis drehenden Gedanken des Protagonisten mit einfachen Worten in eine fast lyrische Form zu gießen; Wortschleifen, die beim Lesen auf der Zunge zergehen, und bisweilen doch gut durchgekaut werden sollten. Kurzum, ein Debüt, das begeistert – aber das sagte ich ja bereits.

mk

Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua portuguesa: http://www.TFMonline.de

António Gregório nasceu no ano de 1970, nos arredores de Leiria. Colaborou com algumas crónicas num diário local, assim como na revista 365. Pelo caminho está um curso de Física por concluir.
Leia também:
uma entrevista na
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e uma resenha de
José Alexandre Ramos


«Am Tag an dem sie kam um adieu zu sagem hatte der Nachmittag sein Mittagsmahl beendet und verdaute in aller Ruhe die Stunden. Der Nachmittag trat ein und mit ihm sie: der Nachmittag schweigend und sie dagegen sagte Dinge, die ich nicht recht verstand, zunächst jedenfalls, weil ich mit irgendetwas, keine Ahnung mit was, beschäftigt war – ich schwöre, das war ich –, im Haus umherwuselte, von einem Zimmer ins andere huschte, wahrscheinlich die Möbel abstaubte, die Dielen staubsaugte oder Fenster putzte. Und sie immer hinter mir, wiederholte: Der Nachmittag verdaute die Stunden und sie ein Sojaschnitzel oder ein Spinatbrätling oder so etwas, denn sie ist Vergetarierin – wenigstens war sie das – und das was-weiß-ich-denn, mit dem ich in dem Moment beschäftigt war, muss wichtig gewesen sein, denn obwohl ich mich im Moment nicht mehr erinnere, was es war, nahm es mein Urteilsvermögen derart in Anspruch, dass ich, und nur deswegen wohlgemerkt, im ersten Moment gar nicht begriff, was sie sagte: warum sie gekommen war: Abschied.»


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