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Miguel Sousa Tavares: EquadorMiguel Sousa Tavares
Am Äquator

übersetzt von Marianne Gareis
480 Seiten
C. Bertelsmann 2005
EUR 21,90


São Tomé und Principe, ein Land bestehend aus zwei vulkanischen Inseln von insgesamt 960 km² Größe, mit ca. 150.000 Einwohnern, gelegen im Atlantischen Ozean, Zentralafrika "Am Äquator", gekennzeichnet von tropischem Klima und einer ausgedehnten Regenzeit von Mai bis September. Bis in die 1970er Jahre weltgrößter Kakaoexporteur, portugiesische Kolonie bis 1975.

Miguel Sousa Tavares, Sohn von Sophia de Mello Breyner Andresen und einer der bekanntesten Journalisten Portugals, situiert die Handlung seines 2003 mit großem Erfolg in Portugal erschienenen Romans im São Tomé zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Sein Protagonist Luis Bernardo Valença, 37 Jahre alt, unverheiratet, ein intellektueller Müßiggänger, hat von seinem Vater die Stellung als Eigner der Schifffahrtsgesellschaft "Insular" übernommen. Er frequentiert die Salons der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und beteiligt sich rege an der politischen Diskussion um die Kolonialfrage und die Zukunft der portugiesischen Kolonialpolitik.

König Dom Carlos wird auf Luis Bernardo, der eine modernere Kolonialpolitik fordert, aufmerksam und bietet ihm den vakanten Gouverneursposten in der Überseekolonie São Tomé e Príncipe an. Seine Aufgabe soll darin bestehen, den ebenfalls bald auf den Inseln eintreffenden britischen Gouverneur, davon zu überzeugen, dass auf den Kakaoplantagen São Tomés keine Sklavenarbeiter mehr beschäftigt werden und so zu verhindern, dass England die Kakaoimporte aus São Tomé boykottiert.

Luis Bernarndo akzeptiert nach längerer Überlegung und einer gescheiterten Liebesaffäre mit einer verheirateten Frau das Angebot des Königs, ohne zu ahnen, welche heikle Mission ihn fern seines gewohnten Lissabonner Alltags in der tropischen Hitze São Tomés erwartet. Die portugiesischen Plantagenbesitzer zeigen sich von Anfang an wenig kooperativ, das Klima macht ihm ebenso zu schaffen wie der fehlende intellektuelle Austausch, und die Situation der Arbeiter auf den Plantagen ist weit schlimmer als befürchtet. Als Luis Bernardo auch noch in intensiven Kontakt mit dem aus Indien eingetroffenen englischen Gouverneur David Jameson und dessen Frau Ann tritt, sinkt das Vertrauen der weißen Bevölkerung, die sich an ihre Privilegien klammert, rapide.

Mehr soll an dieser Stelle vom Inhalt des opulenten, in der deutschen Übersetzung knapp 500 Seiten umfassenden Romans nicht verraten werden. Miguel Sousa Tavares erzählt gut recherchiert, durchaus kritisch und mit nur ganz wenigen Längen ein Stück portugiesischer Kolonialgeschichte aus einem der am wenigsten bekannten lusophonen Länder.

Petra Noack

Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua portuguesa: http://www.TFMonline.de

Miguel Sousa Tavares wurde 1952 in Porto geboren, arbeitete als Anwalt und wechselte dann in den Journalismus, ist unter anderm Kolumnist der Tageszeitung Público, der Zeitschrift Máxima und arbeitet für das portugiesische Fernsehen. Sein erster Roman Equador erschien 2003. Zuvor hatte er mehrere Bände mit Kurzprosa und Reisereportagen veröffentlicht.
Obras disponíveis em língua portuguesa:

– Um Nómada no Oásis. Relógio d'Água 1994

Anos Perdidos (Crónicas). Oficina do Livro 2001

Sul – Viagens. Relógio d'Água 2001 / Oficina do Livro 2004

– Não te Deixarei Morrer, David Crockett (Contos). Oficina do Livro 2001

equador– Equador.
Oficina do Livro 2003

– O Segredo do Rio (livro infantil). Oficina do Livro 2004



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