Grossmutter Regina Leandro ist aus einem Krankenwagen geflohen und wird
später tot vor dem Eingang der alten Konservenfabrik von Valmares gefunden.
Milene, die Enkelin, die bei ihr lebte, beerdigt sie allein, die Verwandten
sind im Urlaub.Milene, von einfachem Gemüt, geistig etwas
zurückgeblieben, versucht nun die richtigen Wörter zu finden, um
den Verwandten den Tod der Grossmutter zu beschreiben. Milenes Tanten und
Onkel der Familie Leandro gehören zur wohlhabenden Oberschicht des Ortes.
In der alten Fabrik - 1908 gegründet - lebt inzwischen eine
Großfamilie aus Cabo Verde zur Miete. Milene, völlig erschöpft
von den Ereignissen um den Tod der Grossmutter, sprachlos zunächst,
wird dort herzlich aufgenommen und bleibt über Nacht.
So spielt der Roman in zwei Welten: Hier die Geschichte der Konservenfabrik
, Milenes Tanten und ihre Männer und Ehemänner, die Kusinen und
Vettern, darauf bedacht, dass ihr Ansehen durch den einsamen Tod der alten
Frau keinen Schaden nimmt. Es gilt nun allerlei Interessen zu verteidigen,
politische und finanzielle. Die Fabrik soll verkauft werden. Das Gelände
in Strandnähe bietet sich für ein modernes Großprojekt an.
Auf der anderen Seite die Familie aus Cabo Verde um die alte Ana Mata, deren
Töchter und Enkel. Die Tochter Felicia ist stolz auf den Sohn Janina,
der gerade eine vielversprechende Karriere als Sänger beginnt. Zwischen
Felicias jung verwitwetem Sohn Antonino, Kranfahrer, Vater zweier Kinder,
und Milene entspinnt sich eine schüchterne Liebe. Als die Leandros endlich
davon erfahren, ist die Empörung groß. Es ist immer wieder Milenes
unvoreingenommener Blick auf die Menschen und die Ereignisse, der die
Atmosphäre des Romans prägt. Von den Verwandten als die arme kindliche
Waise angesehen, beweist Milene gerade in der Beschränktheit ihrer kleinen
Welt in all ihrer Unschuld eine grosse menschliche Wärme und
Tapferkeit.
Am Ende kauft ein Holländer, Bauherr internationaler Grossprojekte,
das Grundstück mit der denkmalgeschützten alten Fabrik, Milene
kann ihren Antonino heiraten, die Familie der Matas kommt in einer neuen
Siedlung unter. Doch bis all dies so weit ist, gilt es einige Hindernisse
zu überwinden, die den Spannungsbogen des Romans halten. Am Ende, auf
Milenes Hochzeit, ahnt ihre Lieblingskusine, angereist aus den USA, dass
die Hindernisse nicht auf die anständigste Weise behoben wurden. Alles
scheint gerettet - beide Welten bleiben bestehen und die Moderne kann in
Valmares einziehen. |