Think of One sind ein belgisches Musikerkollektiv, das schon seit
vielen Jahren durch die Lande zieht, um Musiken der Welt in sich aufzunehmen.
Zwangsläufig führt dieser Weg über die Straßen Europas
zunächst nach Marokko und dann irgendwann nach Brasilien. Vor 30 Jahren
haben das Embryo so gemacht, und jetzt Think of One. Zum ersten Mal vor zwei
Jahren, als sie (10 Jahre nach dem Tod von Chico Science) in Kontakt mit
dessen Mangue Beat kamen. Sie reisten nach Brasilien und spielten dort mit
der Band Chuva em Pó. Ein erstes gemeinsames Album unter dem
Titel Think of One present Chuva Em Pó erschien kurioserweise
in Japan und später dann auch auf einem kleinen Label in Belgien. Es
war das siebte Album der Kapelle, die in Europa bis dahin meist von ihrer
eigenen, auf einen Kleinlaster montierten Bühne gespielt hatte. Ihr
zweites brasilianisches Album namens Tráfico erscheint nun
bei Crammed Discs, die schon so manche brasilianische Überraschung an
ein größeres europäisches Publikum gebracht hat.
Es ist wieder ein Gemeinschaftsprojekt der reisefreudigen Belgier und der
vor Spielfreude und Energie strotzenden Band Chuva em Pó. Eine perfekte
Ergänzung, die ihren Ausdruck in allerlei verspielten Chorinhos,
verrückten oder coolen Sambas (dem Samba Belga zum Beispiel), frenetischen
Maracatus und Côcos findet. Es singt die 66 Jahre alte Dona Cila do
Côco manchmal im Duett mit David Bovée und untermalt
von gigantischen Bläsersätzen. Manchmal klingt es original nach
Chico Sciences Mangue Beat (obwohl flämisch gesungen) und dann
wieder ein bisschen nach Manu Chao auf Portugiesisch, Negresses Vertes und
andere musikalische Grenzgänger lassen ebenfalls heftig grüßen.
Kurz gesagt, ein tolles Album. Tolle Leute, diese "Traficantes" der
Weltmusik.
Noch in diesem Jahr sollen Think of One auch in Deutschland auf Tour gehen.
Es wird ein Fest. Alles andere würde mich wundern. |