Pedro Rosa Mendes und der deutsche Fotograf Wolf Böwig haben sich im
auftrag von medico international immer wieder auf den Weg gemacht,
um in den letzten Winkeln der westafrikanischen Kriegslandschaften den
Geschichten und dem Leiden der Menschen, ob Opfer oder Täter,
nachzuspüren. Die Menschen aus Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste
oder Guinea, die den globalen Verhältnissen eigentlich nur als
Schürfer illegaler Diamanten, als Drogenkonsumenten oder Milizionäre
einer globalen Schattenwirtschaft von Interesse waren, gehören ansonsten
zur wachsenden Gruppe der
"Weltüberflüssigen".
"Staatszerfall, Chaos, die Herrschaft von Warlords, Gewalt gegen Frauen und
Kinder sind jedoch nicht afrikanische Eigentümlichkeiten, sondern die
Kehrseite einer Globalisierung, in der die Welt zwar näher
zusammenrückt gerückt ist, ihre Spaltungen aber tiefer denn je
wurden", so Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international
im Vorwort des Buches.
Es gehört fraglos Mut dazu, die Reise in die "Höllen" unserer Zeit
anzutreten. Womöglich bewundernswerter aber noch ist die Bereitschaft,
sich auf die radikale Negativität dessen einzulassen, was in den Begegnungen
und den Gesprächen mit den Menschen aufscheint. "Es ist eine
in ihrer Banalität grausame Welt, die in unserem Verstand keinen
Platz mehr findet, sei es, weil wir sie nicht mehr hören, sei es, weil
die Worte, die sie an uns richtet, aus einem befremdlichen oder fremden
Wörterbuch stammen, einer Grammatik der Entfremdung, die wir uns nicht
zu eigen machen wollen, deren Existenz indes zumindest akzeptiert werden
muss", bekennt Pedro Rosa Mendes in Schwarz.Licht.. |