Ondjaki:
Bom Dia
Camaradas
Ein Roman aus Angola
übersetzt von Claudia Stein
NordSüd Verlag,
140 Seiten,
EUR 12,--
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Von einem Titelbild soll man sich nicht täuschen lassen. Schon gar nicht
von diesem. Bom Dia Camaradas ist kein niedliches Büchlein
über Kinder in der dritten Welt, mit dem Fair-Trade-LehrInnen ihre
Mittelstufenklassen zur Spendensaison piesacken können. Nein. Obwohl
warum nicht? Vielleicht wäre es gut, sie täten es
Denn Ondjakis erster Roman aus dem Jahr 2000 (2003 wiederaufgelegt in Portugal
und nun in deutscher Übersetzung erschienen) ist ein Buch über
das, was wir gemeinhein als 1989 bezeichnen: Die dramatische Zeitenwende,
die eben nicht nur Deutschland erschütterte sondern wie wir aus
dem Roman erfahren auch Angola, am anderen Ende der Welt.
Es ist der Roman eines Aufwachsens und allmählichen Aufwachens in eine
andere Welt. Der naive Blick auf die angebliche Normalität des Bestehenden
und das wehmütige Wahrnehmen der Umbrüche in dieser Zeit. Der
Abschiede. Es ist auch ein Roman (mit autobiographischen Bezügen) über
ein Kind, das größer wird und die Welt zu erkennen beginnt. Zu
hinterfragen beginnt. Und es ist ein lustiges Buch, denn der Blick eines
Kindes auf die dramatischen Veränderungen der Jahre 1989 / 1990, auf
den noch herrschenden real existierenden Sozialismus angolanischer Prägung
(der durchaus Züge der in Deutschland praktizierten Spielart erkennen
lässt) ist ein staunender, entlarvender, sich in Situationskomik
entladender. Zumal Ondjaki, der mit immer noch nicht 30 Jahren inzwischen
sieben Bücher (Romane, Novellen, Erzählungen, Kinderbücher,
Gedichte), verschiedene Theaterstücke, Filmskrips und Dokumentarfilme
veröffentlicht hat, einer der besten portugiesischsprachigen Schreiber
nicht nur seiner Generation ist.
Schön, dass auf dem Weg über einen Kinderbuchverlag endlich auch
etwas von diesem Werk in den deutschsprachigen Raum gelangt. Bleibt die Hoffnung,
dass dies keine Sackgasse ist. Denn Bom Dia Camaradas ist das letzte
und einzige Buch Ondjakis, das man als Jugendbuch klassifizieren kann. Ein
guter Einstieg in sein Werk ist es auf jeden Fall. |
-mk- |
Alle auf www.novacultura.de besprochenen Titel können
in Deutschland beim TFM-Zentrum für Bücher und Schallplatten in
portugiesischer Sprache bestellt werden:
ttp://www.TFMonline.de |

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da novacultura

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| Ondjaki wurde 1977 in Luanda geboren. Er studierte Soziologie
und begann sich früh für Malerei und Theater zu interessieren,
realisierte zwei Individualausstellungen in Angola und Brasilien. Sein erster
Gedichtband Actu Sanguíneo wurde 2000 in Angola mit dem António
Jacinto-Preis ausgezeichnet, im selben Jahr erschien auch sein erster Roman
Bom Dia Camaradas, der 2003 bei Editorial Caminho in Lissabon noch
einmal aufgelegt wurde. Dort erschienen außerdem: Momentos de Aqui
(Erzählungen, 2001),
Há Prendisajens
com o Xão (Gedichte, 2002),
O Assobiador
(Novelle, 2002),
Quantas Madrugadas
tem a Noite (Roman, 2004),
E se Amanhã
o Medo (Erzählungen, 2004/2005, ausgezeichnet mit dem Sagrada
Esperança- sowie dem António Paulouro-Preis), Ynari
a Menina das cinco Tranças (Kinderbuch, 2005). Sein Dokumentarfilm
über Luanda Oxalá cresçam Pitangas, ist soeben
in Lissabon angelaufen. |
Die portugiesische Ausgabe:
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Rezensionen bei:
Schweizerisches Institut fprKinder- und Jugendmedien

Ondjaki schreibt für novacultura auf
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