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Rui Zink: A EsperaRui Zink
A Espera

152 páginas
Editorial Teorema, 2007

Auf was warten?

Die Novelle A Espera erschien 1998 zum ersten Mal als Kleinst-Büchlein bei Europa-América. Nun hat Rui Zink eine neue Version, quasi als Update für das nicht mehr ganz so neue Jahrtausend, veröffentlicht – «Amateure veröffentlichen, was sie schreiben, Schrifsteller nur das, was sie nochmals schreiben», sagt er dazu in seinem Nachwort.

Neugierig geworden, und weil es eines der wenigen Bücher von Rui Zink ist, das ich noch nicht kannte, habe ich der Novelle endlich ein paar gute Stunden dieses verregneten Sommers gewidmet und war überrascht: Denn dass RZ kein literarischer Clown ist, wusste ich längst. Aber A Espera kommt ganz ohne Humor (wenn auch nicht ganz ohne Komik) aus und entwickelt seine Dynamik ganz anders als man es von Rui Zink sonst gewöhnt ist.

Es ist die Geschichte einer Reise. Und des Wartens. Einer Reise auf die Azoren: Urlaub mit einer Freundin oder Geliebten – so ganz klar wird das dem Protagonisten und ich-Erzähler nie, und, das stellt sich später heraus, die Suche nach illegalen Walfängern, die es irgendwo auf den Azoren (damals) noch geben soll.

Schließlich gelingt es dem Erzähler, mit vierschrötigen Gesellen aufs Meer, in die Illegalität hinaus, zu fahren, dabei – und doch nicht wirklich dabei – zu sein, wie sie das Meer beobachten und warten – auf den Wal, sein Auftauchen, Abtauchen, auf die richtige Strategie, den alles entscheidenden Harpunenstoß zu platzieren.

Ein Bild, eine Metapher für das, was sich an Land, und später auf dem privaten Segelboot eines pensionierten amerikanischen Marinesoldaten abspielt, der mit Hilfe (oder gemeinsam?) mit einer deutlich jüngeren australischen Skipperin dieses Boot durch die Weltmeere steuert. Ihre diffuse Beziehung spiegelt die Unsicherheit des Protagonisten über die Beziehung zu seiner eigenen Reisebegleitung. Die vier verbringen ein paar leidlich bewegte, wenngleich letztendlich touristische Tage an Bord, es kommt zu Spannungen und knisternden Annäherungen während der Nachtwache und beim Nacktbaden. Nichts außergewühnliches vielleicht: Kleine Gesten und Blicke; wenig geschieht tatsächlich. Und was genau soll, was darf passieren und was würde passieren wenn?

So zufällig sie sich begegnet sind, so scheinbar unkompliziert tauchen alle vier nach der Episode wieder ab – und irgendwo anders wieder auf. In Portugal, irgendwo sonst auf der Welt, als Postkarte, die doch nie ankommt …

A Espera ist ein wirklich langweiliges Buch, langweilig und deswegen so spannend. Wie das Meer, die Ruhe vor dem Sturm - oder das Warten selbst.


-mk-




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Todos os livros e CDs apresentados na novacultura estão disponíveis na Alemanha através do TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua portuguesa: http://www.TFMonline.de

Rui Zink. Foto: Michael Kegler

Rui Zink, geboren 1961, ist Dozent an der Universidade Nova de Lisboa und seit 1987 Schriftsteller, Theaterautor und Kulturkritiker.

Website: www.ruizink.com


Auf Deutsch liegen vor:

Hotel Lusitano, übers.: Martin Amannshauser, Deuticke 1998

Apokalüpse Nau, übers.: Martin Amannshauser, Deuticke 1999

Afghanistan, übers.: Martin Amannshauser, Deuticke 2002
Obras disponíveis em Português:

Hotel Lusitano, novela, Lisboa, Europa-América 1987

A Realidade Agora a Cores, contos, Lisboa, Signo 1988

Homens-Aranhas, contos, Lisboa, Relógio d’Água 1994

Apocalipse Nau, romance, Lisboa, Europa-América 1996

A Arte Suprema, novela gráfica, Porto, Asa (com António Jorge Gonçalves) 1997

A Realidade Agora a Cores II, contos, Lisboa, Europa-América 1998

A Espera, novela, Lisboa, Europa-América 1998

O Suplente, romance, Lisboa, Europa-América 1999

O Halo Casto, banda desenhada, Porto, Asa (com Luís Louro) 1999

Os Surfistas, romance interactivo, Lisboa, Clix/Dom Quixote 2001

O Bebé que não gostava de televisão, infantil, Lisboa, Dom Quixote (com Manuel João Ramos – MJR) 2002

O Bebé que não sabia quem era, infantil, Lisboa, Dom Quixote (c/MJR) 2002

Major Alverca, técnica mista, Lisboa, Dom Quixote (com MJR) 2003

O Bebé que fez uma birra, infantil, Lisboa, Dom Quixote (MJR) 2003

Dádiva Divina, romance, Lisboa, Dom Quixote 2004

O Bicho da Escrita, conto, mini-livro do IPLB para o Dia Mundial do Livro 2004

A Palavra Mágica, contos, Lisboa, Dom Quixote 2005

O Anibaleitor, novela, Lisboa, FNAC/Teorema 2006

A Espera, novela (versão revista e aumentada), Lisboa, Teorema 2007

Rei, novela gráfica (com António Jorge Gonçalves), Lisboa, Asa 2007

Luto pela felicidade dos portugueses, crónicas, Quasi 2007


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