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ana carolina Ana Carolina:
Ana Rita Joana Iracema e Carolina


BMG Brasil 2001
DM 36,--

Noch keine 30 Jahre alt, verfügt Ana Carolina über eine Stimme, die sich andere erst mühsam erkämpfen müssen. "Eine Stimme, die Gold wert ist",   titelte die Internetzeitschrift cliquemusic im Juni vergangenen Jahres, kurz nachdem Ana Carolinas gleichnamige Debüt-CD mit 100.000 verkauften Exemplaren die goldene Schallplatte erhalten hatte. Ihre neue, musikalisch noch anspruchsvollere CD verkaufte sich allein in den ersten 14 Tagen so oft. Ein neuer Star am brasilianischen Pop-Himmel?

Gut möglich, denn Ana Carolina hat weit mehr als nur eine einprägsame Stimme, die irgendwo zwischen Cássia Eller und Zélia Duncan angesiedelt ist. Sie komponiert und arrangiert selbst, ist Perkussionistin und Gitarristin und arbeitet vor allen Dingen kompromisslos.

Ohne große technische Spielereien bewegt sich "Ana Rita Joana Iracema e Carolina" irgendwo zwischen perkussivem Samba und rockigem Blues, eindringliche Balladen stehen zwischen puristischen Pandeiro-Einlagen (für die sie den großen Perkussionisten-Kollegen Marcos Suzano gewinnen konnte).

Kritiker in Brasilien mäkeln, dass ein großer Teil der Stücke auch irgendwo sonst in der Welt geschrieben sein könnte, aber was macht das schon, wenn andere Lieder so brasilianisch sind, wie man sie schon lange nicht mehr gehört hat. Dazu gehört der Samba-Funk "Violão e Voz" im Duett mit der Altmeisterin Alcione, oder auch "O Rio", der erste Song auf der Platte, der eine andere Seite Brasiliens zeigt, als die der musikalischen Klischees, die auch Brasilianer so gerne kultivieren. Fast vergessen ist, dass die besondere Tonlage von Minas Gerais (wo Ana Carolina herstammt) einmal von einem gewissen Milton Nascimento in den MPB-Olymp erhoben wurde.

Doch nicht an ihm orientiert sich Ana Carolina, sondern in diesem Album ganz bewusst an weiblichen musikalischen Welten. Da kommt dann auch gleich der nächste Vorwurf, es befänden sich zu viele Liebeslieder, Balladen oder gar Schnulzen auf der CD. Aber solange diese zum Beispiel "Eu nunca te amei, Idiota" heißen, braucht die Interpretin die Vereinnahmung durch die zuckersüße Welt der Schlager nicht zu fürchten.

Gewidmet ist das Album übrigens literarisch/musikalischen Gestalten aus dem Repertoire von Chico Buarque: "Anna de Amsterdam", "A Rita", "Joana Francesca", "Iracema Voou", und "Carolina", deren unterschiedliche Temperamente sie musikalisch wiederaufnimmt und so weniger Chico Buarque als mehr den Frauen der Nation ihre – durchaus kämpferische – Reverez erweist. mk
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