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Bebel Gilberto:
Tanto Tempo
Ziriguiboom / Crammed 2000
DM 38,-- |
Mit vielen Vorschuss-Lorbeeren
ausgestattet brachte Bebel Gilberto Ende vergangenen Jahres ihre internationale
Debüt-CD heraus. In Brasilien selbst hatte sie schon den einen oder
anderen Versuch gestartet, musikalisch einen Fuß in die Tür zu
bekommen. Prädestiniert dafür ist sie ja, schließlich trägt
sie einen großen Namen.
Und daraus schlägt sie kräftig Kapital. Die "Samba da
Bênção" aus der Feder von Baden Powell und Vinícius
de Moraes, einen echten Bossa-Nova-Klassiker zum Aufmacher zu wählen,
könnte man immerhin noch als ironische Abrechnung mit dem zweifelsohne
großartigen musikalischen Erbe des Vaters interpretieren wenn
nicht der Rest der CD in derselben Neo-Bossa-Manier weiterginge. An die Ironie
möchte man schließlich nicht mehr so recht glauben. Also ist es
doch nichts weiter als durch den elektronischen Fleischwolf genudelte Bossa
Nova, zweifelsohne großartig produziert von dem kurz vor Fertigstellung
des Albums verstorbenen "Suba", einem der Gurus des elektronischen
Brasiliensounds.
Tanto Tempo trällert gemächlich dahin, beim Bügeln,
beim Schreiben, beim Autofahren im Fahrstuhl habe ich es bis heute
noch nicht gehört , doch irgendwann greift man unwillkürlich
ins Plattenregal, dort, wo das Vinyl herumsteht, und legt das Original auf,
wo der Vater mitspielt und Tom Jobim und wo Stan Getz bösartig grinsend
in ein echtes Saxophon pustet. Das ist Bossa Nova. Alles andere ist Quark.
mk |
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