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Bericht über eine Reise nach Guinea-Bissau im Januar 2001
2. Handel und Wandel
Wir hatten den Eindruck, gestützt auf eigene Anschauung und Gespräche mit Freunden, aber nicht auf statistisch gesicherte Erkenntnisse, dass eher Handel als Gewerbe das Geschäftsleben in Guinea-Bissau bestimmt. Das ist nicht neu, aber es scheint einige Veränderungen zu geben. Die private Initiative wurde offenbar durch die Kriegsereignisse nicht nur gehemmt, sondern im Gegenteil auch angeregt.

Der Handel ist am sichtbarsten: Der Markt von Bandim ist inzwischen so groß, eng, schmutzig, unübersichtlich, internationale und angeblich gefährlich, daß wir uns gar nicht hintrauten, sondern mit dem gerade wieder eröffneten Zentralmarkt in der Innenstadt vorliebnahmen. Auch der Kleinhandel -Souvenirs und Kleidung- auf den Straßenmärkten ist international westafrikanisch.

Die meisten traditionellen Handelsgeschäfte in der Innenstadt sind wieder eröffnet, haben aber noch Kundenmangel. Besonders gut florieren die Bars und Bistros, in denen Kaffee, Fruchtsäfte, Bier, Sandwiches und Kuchen serviert wird, aber auch an Restaurants fehlt es nicht. Wir besuchten vor allem die Bar Baiana in der Innenstadt, wo man jeden vorbei-kommen sieht, wenn man lange genug bleibt, und die kleine neue Bar unseres Freundes Vinzent Poungoura im Viertel Belem.

Auf den höheren Stufen des Handels, bei Ausrüstungsgegenständen, Baumaterialien, Heim-elektronik, Autoteilen usw., ist das Angebot reichhaltig, von Mavegro bis Nunes & Irmão sind die traditionellen Geschäfte wieder aktiv, aber es wird über die hohen Preise geklagt. Im internationalen Handel sind neben den bekannten Firmen auch neue Im- und Exportgeschäfte und Beratungsfirmen tätig, die zum Teil von ehemaligen Regierungsangestellten gegründet wurden, aber auch von einer neuen Generation international ausgebildeter junger Guineer mit dem Laptop in der Hand. Einige große Baufirmen wie Soares Da Costa und Stenaks sind bisher nur sehr eingeschränkt wieder aktiv.

Ganz international ist das Cashewgeschäft, in dem sich offenbar viel Geld verdienen lässt, aber auch viel Geld eingesetzt werden muss. Es lockt selbst indische Geschäftsleute an. Eher in den Händen von Ausländern - Libanesen, Mauretaniern, Portugiesen, sind auch die Arztpraxen und Apotheken.

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Gertrud Achinger
Renate Hess


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