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Bericht über eine Reise nach Guinea-Bissau im Januar 2001
Gesellschaftliche Initiativen von unten

Wir wollen einige Initiativen von unten, die wir während unseres gut zweiwöchigen Aufenthalts kennengelernt haben - fast eine Woche haben wir für die Reise Banjul-Bissau und Bissau-Gabu-Banjul verbraucht, den ACG- Mitgliedern vorstellen. Es gibt noch viele andere, die wir nicht besuchen konnten oder gar nicht kennen.
5. Initiativen in Bissau
Das SITEC

Das SITEC ist ein privates Computerzentrum, es ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, was Engagement und Privatinitiave in Bissau zu leisten imstande ist. Es wurde 1990 von unserem Freund Abdulai Sila, der in den 80er Jahren in Dresden Elektrotechnik studiert hat und außerdem als Schriftsteller hervorgetreten ist, und seinem Bruder Hamidou, der in den Vereinigten Staaten Elektrotechnik studiert hat, aufgebaut. Das SITEC wurde während des Krieges bombardiert und ausgeraubt bzw. zerstört, ist aber inzwischen wieder aufgebaut und besteht heute aus mehreren Abteilungen mit unterschiedlichen Diensten.

Im Cybercafé können Personen im Internet surfen und E-mails verschicken, und in Kursen lernen Jugendliche und Erwachsene mit Computern bzw. dem Internet umzugehen. Besonders beeindruckend sind die Computerkurse für Kinder, in denen diese in einem integrierten Unter-richt zunächst spielerisch und dann vertieft Computerkenntnisse sowie Englischkenntnisse erwerben. Im Augenblick arbeitet Abdulai Sila an einem Internetzugang per Satellit, der z.B. die Abhängigkeit vom Telefonnetz umgehen und damit den Internetzugang verbreitern würde. Abdulai Sila hat auch andere Initiativen kostenlos mit Computern ausgestattet.


Das INEP - Nationales Institut für Studien und Forschung

Das INEP ist zwar ein staatliches Institut, aber sein Wiederaufbau ist vor allem der Initiative seiner Mitarbeiter zu danken. Während des Krieges war da INEP Kaserne für senegalesische Truppen, die dort gehaust haben, wie alle Besatzer das tun. Nach ihrem Abzug haben die Mitarbeiter selbst den Schutt weggeräumt, Hilfsorganisationen interessiert und Mittel eingeworben. Einige Abteilungen funktionieren schon wieder zufriedenstellend, andere kämpfen um das Nötigste. Das Ethnografische Museum ist noch geschlossen: In der Nationalbibliothek fehlt das Mobiliar, und es fehlen Regale und technische Hilfsmittel.

Besonders traurig sieht es noch im Archiv aus, wo die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter fast unzumutbar sind. Sie hausen in Räumen ohne Fensterscheiben, durch die Hitze, Wind, Staub und Regen ziehen, es fehlen Sitzmöbel, Regale, Kartons für die Dokumente und Staubsauger gegen die dicken Staubschichten. Mit der Sicherung und Ordnung der noch vorhandenen wertvollen Dokumente muss ganz von vorn begonnen werden. Dennoch haben die Mitarbeiter den Mut nicht verloren, hoffen aber auf Hilfe.


AD - Acção para o Desinvolvimento - Aktion für Entwicklung

Diese Initiative wurde von Carlos da Silva Schwarz, "Pepito", und einigen seiner Freunde aus dem Landwirtschaftsministerium im Stadtteil Quelélé ins Leben gerufen. Es geht um die inte-grierte Entwicklung eines ganzen Stadtviertels, die von einem Bürgerzentrum aus orientiert wird. Wir haben das Schulentwicklungs-Zentrum besucht, das mit den örtlichen Schulen zusammenarbeitet - die Schulklassen aus den örtlichen Schulen und ihre Lehrer kommen einmal in der Woche her, um am Computer und mit anderen zentralen pädagogischen Mitteln zu arbeiten, und den Kindergarten. Es gibt ein Sportstadion und einen Fußballverein, Musik-, Theater- und Tanzgruppen der Jugendlichen. Junge Leute sind es auch, die einen lokalen Radiosender, der mehrere Stunden täglich sendet, betreiben. Frauengruppen stellen Waren von hoher Qualität her, die vor allem an ausländische Delegationen verkauft werden, aber auch über Organisationen des "fairen Handels" im Ausland vertrieben werden.

AD wird von internationalen NROs unterstützt, dennoch ist es eine Initiative von unten, die die Aktivitäten der Bürger im Viertel bündelt und anregt. Wir haben von vielen Plänen gehört, die im Lauf der Zeit verwirklicht werden sollen.

Tiniguena - Diese Erde gehört uns

Auch im Bairro de Belem, wo Tiniguena, eine Nicht-Regierungsorganisation, die im Umweltbereich arbeitet, angesiedelt ist, beginnen sich die Bürger in Bürgerversammlungen zu organisieren. Tiniguena hat wesentlich dazu beigetragen und einen Versammlungsraum erbaut, der den Bürgern auch zugänglich ist, wenn das Tiniguena-Büro nicht besetzt ist. Außerdem wurden die sanitären Bedingungen im Stadtviertel durch die Errichtung von 25 Latrinen verbessert.

Tiniguena und AD arbeiten zusammen, so dass eine Vernetzung der Initiativen entsteht.

Al Ansar

Die Organisation ist nach wie vor sehr aktiv, wir hatten aber aus Zeitmangel nicht die Möglichkeit, uns intensiver über den Stand der Entwicklung zu unterrichten.

Radio Antena Mulher

Ein Projekt in der Planungsperiode ist ein Radiosender, der von Frauen für Frauen gemacht werden soll. Eine der Initiatorinnen ist Odete Semedo, im Augenblick Mitarbeiterin des INEP. Die Frauen wollen sich nicht bei anderen Sendern anschließen, weil sie ihre Ideen selbst verwirklichen wollen, wir hatten aber den Eindruck, dass sie dringend technischer Beratung bedürfen.

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Gertrud Achinger
Renate Hess

Arbeitsraum im INEP


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