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Bericht über eine Reise nach Guinea-Bissau im Januar 2001
6. Initiativen auf Bubaque
Bubaque ist die Zentralinsel des Bijagós-Archipels, die wir zusammen mit Justino Biai besucht haben.. Während des Krieges war Bubaque einer der zentralen Flüchtlingsorte. Wie beengt dadurch die Lebenssituation war, wird deutlich, wenn man sich vorstellt, dass im Haus von Justino 15 Personen in zwei Zimmern wohnten. Während des Kriegs landeten auf Bubaque sogar kleine Flugzeuge. Jetzt ist kein Schiff mehr betriebsfähig, die Inseln sind nur mit den großen „Nhominka”-Fischerbooten (Pirogen) mit Außenbordmotor zu erreichen. Die Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten sind deshalb sehr eingeschränkt, und die meisten Flüchtlinge haben Bubaque wieder verlassen. Die Stimmung bei den Hoteliers ist schlecht, Touristen gibt es kaum, und auch die Fischer haben große Probleme, weil der Fischverkauf traditionell nach Bissau geht. Auch in Bubaque haben sich jedoch viele Initiativen entfaltet, und wir haben einige sehr interessante Entwicklungsinitiativen von unten kennengelernt.

Eine Grundschule

Ein Lehrer, Domingos Mané, hat schon 1993 seine erste private Schule gegründet, musste sie aber wegen Geldmangel an die katholische Kirche abgeben. Jetzt hat er eine neue Schule gebaut für Kinder, die die staatlichen Einschreibgebühren ( 2000 FCFA pro Jahr) nicht zahlen können. Sie wird von 155 Schülerinnen und Schülern der Vorschulklasse bis Klasse 4 besucht. Die beiden Lehrer wechseln sich im einzigen Klassenraum ab, es ist sehr eng. Ein Grundstück für einen Erweiterungsbau ist schon vorhanden, noch fehlt das Geld für den Bau. Ausserdem fehlt Schulmaterial und Geld für die staatlichen Schulbücher.

Das lokale Radio

Der Verantwortliche des Lokalradios in Bubaque, Filipe Cardoso, ist in Orango geboren, aber schon 14 Jahre in Bubaque, wo er im Projekt für Integrierte Entwicklung mitarbeitet. Seite 8 Jahren arbeitet er am Aufbau des Radios. Der Sender wurde 1992 von 7 Jugendlichen, lauter Freiwilligen, meist Schülern, aufgebaut und im Jahr 1999 der Bevölkerung übergeben. Als Träger des Vereins fungiert ein Verein, dem derzeit mehr als 60 Mitglieder angehören. Im Dezember 1999 erhielt Radio Djan-Djan die offizielle Betriebslizenz und sendet seitdem täg-lich mehrere Stundent. Der Sendebereich umfasst die 20 bewohnten Inseln des Archipels und einen Teil des Festlands, sodass die isolierten Inselbewohner durch das Radio untereinander und mit dem Festland verbunden sind. Noch ist das Programm nicht interaktiv, dafür fehlt die technische Ausstattung, aber ein Anfang ist gemacht.

Die Programme werden für alle Altersgruppen und beide Geschlechter gemacht, sie behandeln zum Beispiel Gesundheit, Landwirtschaft, Grundrechte. Frauen sind zwar interessierte Hörerinnen, beteiligen sich nach Filipe bisher aber noch zu wenig an der Programmgestaltung.

Notwendig für die Entwicklung von Radio Djan-Djan sind für Filipe Cardoso drei Dinge:
— ein eigenes Haus. 7.000 Backsteine sind schon vorhanden, auch das Grundstück.
— eine Ausbildung der Jugendlichen, zum Beispiel Seminare oder ein Praktikum bei einem Radio in einem portugiesischsprachigen Land für 1-2 Personen, und Seminare, geleitet durch Fachleute, auf Bubaque.
— modernere und vor allem mehr Ausrüstungsgegenstände.
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Gertrud Achinger
Renate Hess

Escola Passo a Passo com Amizade

Aufnahmestudio bei Radio Djan Djan


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