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Bericht über eine Reise nach Guinea-Bissau im Januar 2001
7. Initiativen in Catió
In Catió, dem Hauptort der südlichsten Provinz Tombali, haben wir nur einen kurzen Besuch mit Abdulai Sila gemacht. Die wichtigste Begegnung war die mit Dr. Agostinho Cá, einem in Leipzig ausgebildeten Mediziner und alten ACG-Mitglied. Mit ihm haben wir das örtliche Krankenhaus besichtigt. Agostinho Cá hat als Leiter des Krankenhauses mit der Hilfe von deutschen Freunden vom Rotary-Club Stuttgart (Ehepaar Schlüter) einige zentrale Verbesse-rungen bewerkstelligt. Es wurde ein Generator angeschafft, eine Anlage zur Verbrennung des hochgefährlichen Krankenhausmülls errichtet und die Basisversorgung mit Medikamenten gesichert.

1997 hat Dr. Cá die Leitung des Krankenhauses allerdings abgegeben, um eine urologische Fachausbildung in Italien zu beginnen. Das hat dazu geführt, dass seine Initiativen an Schwung verloren haben, der Gesamtzustand des Krankenhauses ist bedrückend.

Für uns war das ein sehr eindrucksvolles Beispiel für die Tatsache, dass die Initiativen von unten von ihren Gründern und Mitstreitern leben. Wenn diese sie nicht mehr betreuen können, versacken sie leicht. Uns haben sich die Probleme folgendermaßen dargestellt:

— Der jetzige Direktor und sein Stellvertreter sind offenbar nicht in der Lage, die Reformen von Agostinho fortzuführen. Ihnen fehlen vermutlich Verbindungen nach aussen, und es gelingt ihnen nicht, die Bevölkerung selbst zu motivieren bzw. sie versuchen es nicht. Dasselbe gilt für den Gesundheitsbeauftragten der Region, Mario Gomes.

— Das führt zu einem Mangel an Ausstattung. Es fehlen Bettwäsche, Matratzen, Medikamente.

— Das Krankenhaus wirkt nicht sehr sauber, selbst im Operationszimmer liegt der Staub auf den Stühlen. Das deutet auf mangelnde Organisation und Motivation der Mitarbeiter hin.

— Es stehen viele Betten leer, Abdulai deutete an, dass die Qualität des Krankenhauses von den Patienten aktuell nicht hoch eingeschätzt wird.

— Die vom Rotary-Club gestiftete Müllverbrennungsanlage ist nur teilweise funktional - der Schornstein ist zu niedrig, der Ofen ist nicht geschlossen. Diese Mängel ließen sich leicht durch Eigenarbeit beheben, es waren aber keine Initiativen in dieser Richtung erkennbar.

Dass Eigeninitiative der Bevölkerung auch hier möglich wäre, zeigt das Beispiel der Strom-versorgung in Catió: Da die finanziellen Mittel der Kommune nicht ausreichen, um den Generator zu betreiben und die Stromversorgung der Stadt zu garantieren haben sich die Bewohner zusammengeschlossen und tragen mit einem Monatsbeitrag von ca. 3000 FCFA (10,- DM) pro Familie die Kosten für die Stromerzeugung selbst. So haben sie täglich von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr Strom.

Reisschälmaschinen
Abdulai Sila hat mit Hilfe der japanischen Kooperation in zwei Dörfern Reisschälmaschinen aufgestellt, die wir auf der Rückfahrt besichtigt haben. Eine Maschine lief sehr gut und war von Nutzern umgeben, die andere stand wegen technischer und organisatorischer Probleme still - auch hier fehlten verantwortungsbewusste und fähige Mitstreiter.


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Gertrud Achinger
Renate Hess

Müllverbrennungsanlage
im Krankenhaus Catió


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