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Carmine Chiellino (Hrsg.):
Interkulturelle Literatur in Deutschland.
Ein Handbuch
536 Seiten. Gebunden
J.B. Metzler Verlag
DM 78,--
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Das Handbuch Interkulturelle
Literatur in Deutschland ist, so der Herausgeber, eine literaturwissenschaftliche
Bilanz von fünf Jahrzehnten Einwanderung in die ehemalige Bundesrepublik.
In dem Begriff der interkulturellen Literatur schwingt aber auch
die Hoffnung mit, dass die Idee von abgegrenzten, außerhalb des
eigentlichen literarischen Diskurses stehenden und bestenfalls pittoresken
Minderheitenkulturen inzwischen überholt sei.
So beschränkt sich Interkulturelle Literatur in Deutschland auch nicht
nur auf das Auflisten von Biographien und Werken, sondern macht in zahlreichen
allgemeinen und speziellen Beiträgen deutlich, was Migrationsgeschichte
in aber auch für Deutschland bedeutet; in politischer, sozialer, kultureller
und eben auch literarischer Hinsicht: Literaturgeschichte als Teil einer
Sozialgeschichte. Allein dieser Schwerpunkt macht das Handbuch zu einer lohnenden
Lektüre.
Das Kapitel zur Literatur der portugiesischen Minderheit stammt von Fernanda
da Silva Brummel, Gisela Pimentel stellte einen Überblick über
die brasilianischen Autor/innen in Deutschland zusammen.
Gute Bekannte sind auch die mit Biografie und Bibliografie aufgeführten
portugiesischsprachigen Autor/innen: Manuel Campos, Luísa Costa
Hölzl, Luciano Caetano da Rosa, Carlos Azevedo, Elza Wagner-Carozza,
Zé do Rock und noch viele andere.
Eine lohnende Lektüre, die neben dem bio-bibliografischen Material
umfangreichen Stoff liefert für eine längst überfällige
neu-Definition von Literatur und Kultur im Zeitalter der
Globalisierung.(mk)
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