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Pedro Rosa Mendes: Tigerbucht Pedro Rosa Mendes:
Tigerbucht

aus dem Portugiesischen von Inés Koebel

415 Seiten
Ammann Verlag
DM 44,--

Eine Wahnsinns-Aktion, von der der Autor selbst auf einer Lesung im vergangenen Jahr eingestehen musste, dass er sich nicht vorstellen könnte, sie jemals zu wiederholen. Die legendäre Expedition von Hermengildo Capelo und Roberto Ivens im 19. Jahrhundert, die seiner Reise von Angola nach Moçambique im ausgehenden 20. Jahrhundert zum Vorbild diente, sei dagegen wahrscheinlich ein Leichtes gewesen. Und Pedro Rosa Mendes ist als ehemaliger Kriegsreporter einiges gewöhnt.

Das Abenteuer einer heutigen Expedition durch die Länder des südlichen Afrika besteht nicht mehr in wilden Tieren, geographischen Unwägbarkeiten und Kommunikationsproblemen mit fremden Kulturen, sondern in der Konfrontation mit Zerstörung Desillusionierung und Hoffnungslosigkeit. Von Minenfeldern, Ruinen und bürokratischer Willkür einmal völlig abgesehen.

In seinem Bericht aus einem zerstörten Land verzichtet Rosa Mendes denn auch auf jeden Sensationalismus und die in derartigen Büchern übliche Selbstinszenierung. Im Vordergrund stehen Begegnungen mit Menschen, deren Geschichten, Erlebtes, Erzähltes, Erträumtes, groteske Fundstücke am Wegesrand, wie die des Mannes, der sich über und über mit Solarzellen behängt, um sein Transistorradio zu betreiben, in einer ehemals blühenden Stadt, in der es seit Jahrzehnten kein fließendes Wasser mehr gibt.

Rosa Mendes reist – in seinem Buch völlig unchronologisch – durch verwüstete Gegenden und zerbombte Städte, trifft verstümmelte Menschen und seelische Krüppel. Die Erfahrung des Krieges verblasst bisweilen angesichts der Traumata des Nachkrieges. Die Erfahrung des elementaren Mangels, die der Autor oft genug am eigenen Leibe spürt, ist Alltag geworden, die Improvisation im Beschaffen überlebenswichtiger Güter hat hier nichts Witziges mehr, sondern gehorcht nur noch den Gesetzen der blanken Not.

Dem politischen Abgesang auf die Hoffnungen des Befreiungskampfes, den Pepetela 1993 in seiner «Geração da Utopia» (Ed. Dom Quixote) anstimmte, indem er die Lebenswege einer ehemals revolutionären politischen Elite in die Korruption und/oder Resignation verfolgte, fügt Rosa Mendes nun aus der Perspektive einer jüngeren, nicht mehr involvierten Generation, eine Bilanz der mit bloßen Augen erkennbaren und der seelischen Verheerungen hinzu. Eine Momentaufnahme, gewiss, aber auch eine Zustandsbeschreibung einer ganz unspektakulären humanen Katastrophe nicht abseits der Medienströme sondern an ihrem hinteren Ende, dort wo eigentlich niemand mehr hinsieht.

Den Menschen die diesen Zustand als eine Normalität akzeptieren müssen, zum großen Teil nichts anderes mehr kennen, weil sie abgeschnitten sind von Kommunikationswegen, zurückgebombt in eine Steinzeit der Trümmer, hat Rosa Mendes mit diesem Roman nicht nur Stimme und Gehör geschenkt, sondern vor allem ein hochkarätiges literarisches Denkmal gesetzt, in einer poetischen Sprache, die weit über das im Journalismus Erlernte hinausgeht. (mk)

im September und Oktober ist Pedro Rosa Mendes auf Lesereise in Deutschland und der Schweiz. Alle Termine in unserem Kalender.

veja na internet:

www.baíadostigres.com


uma entrevista a Pedro Rosa Mendes na mediabooks

Ein Ausschnitt der deutschen Übersetzung erschien vorab in Lettre 45

Ein weiterer Text von Pedro Rosa Mendes über seine Reise steht in Lettre 52

Mitschnitt einer Lesung an der Uni Rostock


Edição portuguesa:
Baía dos tigres

Baía dos Tigres.
412 páginas
DM 38,80 /
Euro 19.80

Pedro Rosa Mendes, repórter galardoado do «Público», partiu em Junho de 1997, com uma bolsa de criação literária do Centro Nacional de Cultura, mochila às costas, máquina fotográfica e gravador, para uma viagem de Namibe, ao sul de Angola, onde se situa a Baía dos Tigres, a Quelimane, Moçambique, atravessando o continente Africano de costa a costa, à semelhança de Hermenegildo Capelo e Roberto Ivens, por picadas, rios e caminhos de ferro. Regressaria três meses e meio depois desta viagem, carregado de histórias bastantes diferentes das que aqueles exploradores certamente encontraram. Histórias de ódio e de horror, de crueldade, num continente onde uma guerra sem fim à vista, tem vindo a aniquilar cada vez mais gente. Em mais de quatrocentas páginas, «Baía dos Tigres» é um relato dessas histórias, como diz Alexandra Lucas Coelho no suplemento Leituras, do "Público", «barroco, denso, infernal. Fino, claro, transparente. Como acontece aos homens ser». (informação da editora)








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