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Francisco José Viegas:
Das grüne Meer der Finsternis
übersetzt
von Sabine Müller-Nordhoff
411 Seiten, gebunden
Edition Lübbe
DM 39,80
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Klingt spannend: Der letzte
Liebesbrief an eine Frau, die auf den Azoren für ertrunken erklärt
wird, stammt von einem Mann, der fast zeitgleich an der Küste Galiciens
erschossen wurde. Zwei Ermittler, die sich privat kennen und eine gewisse
Vorliebe für Hypochondrie und gutes Essen teilen, entdecken die
Übereinstimmung. Klingt spannend, ist es aber nicht.
Neben den beiden Fällen, die irgendwie nicht wirklich ins Laufen kommen,
ergeht sich der Autor im kapitelweisen Auflisten von Kochrezepten und
Ess-Ritualen. Der eigentliche Krimi besteht aus den üblichen Ingredienzien:
Geheimdienste, heimliche Liebschaften und undurchsichtige Gestalten. Nicht
zu vergessen die ewig kränkelnden und mäkelnden, bis zum Verwechseln
ähnlichen Kommissare, die bis auf ihre vermutliche
Körperfülle nie wirklich rund werden. Das allerdings
kann auch auch an der (im Gegensatz zum Buch) ziemlich fleischlosen
Übersetzung liegen.
Doch auch in Portugal und sicher auch aus der Feder des Autors selbst
dürfte man schon Besseres gelesen haben, und die dünne Geschichte
mit Hilfe der Kochrezepte auf über 400 Seiten aufzublähen, ist
wenig originell. Den weniger kulinarisch interessierten Leser verführt
es bestenfalls zum seitenweisen Überblättern. (mk)
Im portugiesischen Original:
As duas Águas do Mar (ASA, 1992), DM 29,90
Weitere Romane des Autors
Regresso por um Rio (Europa-América, 1987), DM 34,80
Crime em Ponta Delgada (Europa-América, 1989), DM 34,80
Morte no Estádio (Difusão Cultural, 1991), DM 36,80
Um Crime na Exposição (ASA,) DM 35,80
Um Céu demasiado Azul (ASA, 1995) DM 41,80
Lyrik
As Imagens (Caminho, 1987), DM 13,--
Todas as Coisas (Caminho, 1988), DM 16,50
O Medo do Inverno / Poemas Irlandeses (Caminho, 1994), DM 28,80
Essay
José Saramago: Uma Voz contra o Silêncio (Caminho, 1998),
DM 21,80
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Francisco José
Viegas wurde 1962 in Nordportugal geboren. Er studierte an der Universidade
Nova in Lissabon und lehrte zwischen 1983 und 1987 an der Universität
von Évora. Er ist Kulturjournalist und Literaturkritiker, u.a.
Mitarbeiter des Jornal de Letras und des Expresso sowie bis vor Kurzem
Herausgeber des Literaturmagazins LER. Sein eigenes umfangreiches literarisches
Schaffen gliedert sich in Lyrik, Reiseberichte, Erzählungen und Romane.
Sein erster Gedichtband erschien 1982, 1989 gelang ihm mit dem Kriminalroman
Crime em Ponta Delgada der literarische Durchbruch in Portugal. |
Francisco
José Viegas liest am
18. Juni 2001 in der
m7 Buchhandlung Köln,
am
20. Juni 2001 in der Stadtbücherei Frankfurt / Main und
am
21. Juni 2001 im Literaturhaus München
Moderation und Übersetzung:
Ray-Güde Mertin
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