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16.12.2011 (mk) Es ist kaum ein Anfang. Bloß danach tut es weh, und man gibt ihm einen Namen. Manchmal nennt man es Leidenschaft. Was auf die einfachste Art geschehen kann: einige Regentropfen auf dem Haar. Du näherst die Hand, die Finger beginnen unerwartet zu brennen, du ziehst dich vor Furcht zurück. Jene Haare, ihre Wassertropfen sind der Anfang, kaum der Anfang. Vor dem Ende mußt du das Feuer aufnehmen und aus dem Winter die glühendste aller Jahreszeiten machen.
1997 erschien aus Anlass des portugiesischen Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse, eine von Curt Meyer-Clason übersetzt und herausgegebene Auswahl seiner Gedichte mit dem Titel »Stilleben mit Früchten«, die sogar noch lieferbar ist. Bei Edition Delta ist kürzlich die deutsche Übersetzung der letzten beiden Gedichtbände Eugénio de Andrades erschienen, die in Curt Meyer-Clasons Auswahl noch nicht aufgenommen werden konnten: »O Sal da Língua« (1995) und »Os Sulcos da Sede« (2002). »Eugénio de Andrade sucht in seinem Spätwerk stets nach vertrauten Gesprächen unter Freunden wie mit den Dingen, die der elementaren Welt angehören (…) : Erde und Hand, Flamme und Stimme, Baum und Erinnerung, Licht und Körper, Kindheit und Mutter, Wunsch und Wort, Durst und Salz, Haus und Luft, Wasser und Sommer, Kalk und Zikade« schreibt Tobias Burghardt, der den Band im bewährten Duo mit Juana Burghardt übersetzt hat, in seinem fast ebenfalls poetischen Nachwort, in dem es weiter heißt: »Die Wortmusik von Eugénio de Andrade ist eine Feier an die Welt (…)« Die Lektüre dieser späten, sehr intensiven und zugleich auf das essenzielle reduzierten Gedichte ist, nicht zuletzt wegen der wunderbaren Übersetzung, ein großes Vergnügen.
Jedes Ding hat seinen Glanz, seine Musik. In der reifen Orange singt die Sonne, im Schnee die Blaumerle. Nicht allein die Dinge, sogar dieTiere glänzen mit gestreicheltem Licht; wenn der Winter ihren Augen naht, verwandelt sich die Transparenz der Sterne in die Quelle ihres Atems. Allein dies erreicht, daß sie immer noch währen. Ebenso das Herz.
*** Eugénio de Andrade:
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